"11 Freunde"-Kolumne: Brandgefährliche Fußballbrüder - DER SPIEGEL
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"11 Freunde"-Kolumne Brandgefährliche Fußballbrüder

Die wöchentliche Exklusiv-Kolumne von Deutschlands bestem Fußball-Fanzine. Heute mit Warnungen vor Ansgar Brinkmann, falschen Verwandten und dem Erfolgsrezept vom Cottbus-Beeck.
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Sportlich läuft es für Christian Beeck von Energie Cottbus derzeit allenfalls mittelmäßig. Dafür sonnt sich der rustikale Manndecker mit der Berliner Schnauze weiter brav im Glanze der im letzten Jahr tapfer verdienten Auszeichnung für den "unfairsten Spieler der Bundesliga". "Das sind natürlich Erfolge, die gefeiert werden müssen", diktierte er einem Reporter der "Westdeutschen Zeitung" stolz in den Block. Das Erfolgsrezept seiner Kompromisslosigkeit? "Ich nehme an einem Kurs 'Bauch, Beine & Po' als einziger Mann mit acht Hausfrauen teil." Da fragen wir uns doch, ob Eduard Geyer möglicherweise den anderen Übungsleitern im Tabellenkeller schon wieder den entscheidenden Schritt voraus ist? Wie wir gehört haben, reagierte die Cottbus-Konkurrenz jedenfalls prompt. Auf dem Trainingsplan beim FC St. Pauli: Heimtraining mit der "Strickliesl". Der 1. FC Köln schwört auf gemeinsame Videoanalysen von Nachmittagstalkshows. Und die Mannschaft von Hansa Rostock tritt Mitte der Woche geschlossen zur Tupperware-Party im Kabinentrakt an - Übungsleiter Friedhelm Funkel präsentiert brandneue Frischhaltemodelle.

Auerbach-Salto im Schnellrestaurant

Die Karriere des Mittelfeldspielers Ansgar Brinkmann von Arminia Bielefeld pflastern zahllose launige Anekdoten rund um leere Bierflaschen und schnelle Autos. Nun gibt es wieder mal Ärger, weil Brinkmann zu später Stunde in einem ostwestfälischen Schnellrestaurant bei einer Auseinandersetzung mit ortsbekannten Rüpeln gesichtet worden sein soll. Ob's stimmt, weiß zwar nur die Toilettenfrau, zumindest für die Stunden davor hat Brinkmann aber ein solides Alibi. Der durchaus glaubwürdige Kronzeuge postete im Forum der Arminia-Homepage: "Hab Ansgar ja noch im Cafe Europa angetroffen und muss sagen das er da ein Feuerwerk abgebrannt hat wie auf dem Platz! Einfach Weltklasse, wie der sich in seinem Zustand noch auf dem Tisch halten konnte und dabei noch einige Pirouetten drehte. Habe eigentlich noch mit einem Auerbach Salto vom Tisch gerechnet, aber den hat er uns dann verweigert." Aber im Restaurant hat er ihn dann nachgeholt.

Todesgrätsche in Verden an der Aller

Fußball und Film - eine unglückselige Verbindung. Weil Schauspieler zwar pantomimisch einen todkranken Frosch und die aufgehende Sonne darstellen können, aber schon bei einfachen Schusstechniken schwächeln. Nun war Radio Bremen dennoch mutig und hat eine "Tatort"-Folge ins Fußballer-Milieu verlegt. Gedreht wurde in einem Stadion in Verden an der Aller im Beisein von 2000 Komparsen, die ein wahlweise euphorisches oder mächtig erzürntes Publikum mimen sollten. Doch das haute nur mäßig hin. Denn entweder klatschten die Zuschauer nur höflich oder an der falschen Stelle. Deshalb übernahm irgendwann Werder Bremens Stadionsprecher Arnd Zeigler die Animation des Publikums. Als nun die Reaktion der Zuschauer auf ein übles Foul gefilmt werden sollte, bat Zeigler einen Spielerstatisten, ihn unfair vom Ball zu trennen, als Appetithappen für die drögen Claqueure gewissermaßen. Aber bitte schön nur angedeutet, simuliert, kein richtiges Foul. Der Komparse nahm zwanzig Meter Anlauf, wetzte über den schlammigen Grund und senste Zeigler mit eingesprungener Fluggrätsche von hinten um. Das Publikum tobte, die Szene war im Kasten. Cut.

Falsche Brüder mit Pepitahut

Den Hut zogen wir letzte Woche vor dem niederländischen Kleinstgauner, der sich in Hotels, Tankstellen und Gaststätten als Bruder des weltberühmten Mittelfeldspielers Clarence Seedorf ausgab. Freundlich bat der "Bruder" darum, allerlei opulente Rechnungen bitte auf Clarence Seedorf auszustellen. Weit kam der falsche Verwandte nicht, dennoch steht das nicht erst seit der so genannten Milzbrandseuche ausgemachte Trittbrettfahrer-Phänomen zu befürchten. Und so scheint es nur eine der Zeit, bis auch hier zu Lande falsche Brüder vorstellig werden. "11 Freunde" bittet daher alle Tankwarte, Hoteliers und Gastronomen verstärkt auf folgende Personen zu achten: Fred Basler mit Pepitahut, Pepe Pizarro mit Poncho und Flöte, begleitet von vermeintlichen weiteren Andenmusikern (Pepe Salihamidzic, Pepe Sagnol & Pepe Effenberg). Und - als ganz besonders gefährlich einzustufen: King Kahn - "täuschend echt gemacht!", so das anerkennende Urteil der Kriminalpolizei.