"11 Freunde"-Kolumne Große Klappe, nichts dahinter
Bislang kannten wir nur die Theorie, dass sich im Rahmen einer langjährigen erfüllten Beziehung zwischen Hund und Herrchen irgendwann die Gesichtszüge beider Partner in erstaunlicher Weise angleichen. Nun würde uns brennend interessieren, ob es dieses Phänomen auch bei Ehepaaren gibt. Dieser Verdacht drängt sich angesichts eines kürzlich in der "Bild"-Zeitung erschienenen Titelfotos auf. Das Motiv zeigt die jubelnden Spielerfrauen Daniela Rehmer, Pia Ziege, Klara Bierhoff und Natascha Jancker, weil Rudi Völler ihren Männern einen Abend zur eigenen Verfügung gegeben hat. Daneben jedoch steht eine, die trotz unerwarteten Freigangs keine Miene verziehen möchte und stattdessen weiter griesgrämig aus der Wäsche guckt. Und da dachten wir spontan, dass wir diesen Gesichtsausdruck doch schon mal gesehen haben. Aber wo bloß? Erst dann lasen wir die Bildunterschrift: Simone Kahn. Und da wussten wir wieder, wo.
Breitwand-Nervensägen: Pelé, Totti und die Nationalelf
Nach zwei Wochen Fußball-Weltmeisterschaft wollen wir folgende Herren bitte nicht mehr sehen. Francesco Totti, wie er zunächst auf heimischem Zierrasen aus drei Metern das leere Tor nicht trifft, um dann mit seinem Kleinwagen und flotten 60 Stundenkilometern durch eine Spielstraße zu heizen. Dann die deutsche Nationalelf und Torwarttrainer Sepp Maier, die nach geschätzten 50.000 geöffneten Bierflaschen doch langsam einen steifen Hals bekommen müssten. Und natürlich die Fußball-Legende Pelé, die uns jeden Morgen mit lausig synchronisierter Bud-Spencer-Stimme nach unseren Erektionsproblemen fragt. Den Arzt konsultieren? Er würde es tun. Wir raten hingegen: Einfach mal die Klappe halten, Pelé! Seien Sie sicher: Wir würden es tun.
Außenseiter: Warum die Frauen beim Tippspiel siegen
Und es ist Zeit, Abbitte zu leisten. Denn wir Herren der Schöpfung hatten vor Beginn der Fußball-WM eine ziemlich große Klappe, was die Vorhersage des künftigen Weltmeisters anging. Wir setzten unser Erspartes auf Argentinien, Frankreich und Portugal und lachten hämisch, weil die Damen Südkorea, Japan und die USA vorne sahen, bloß weil ihnen der Trikotschnitt gefiel. Nun aber liegen weibliche Teilnehmer in nahezu allen Wettrunden und Tipptabellen vorne, selbst im Gewinnspiel des schwitzigen Berliner Boulevardblatts "BZ" rangieren derzeit stolze sieben Frauen in den Top Ten. Wir haben dafür keine Erklärung und halten uns deshalb an alte Fußballerweisheiten: "Jeder kann jeden schlagen" und "Die Kleinen haben enorm aufgeholt". Ansonsten warten wir ungeduldig, dass bald wieder die Fußball-Bundesliga anfängt. Da können dann die Damen gerne auf Wolfsburg, Bielefeld und Bochum als kommenden Deutschen Meister tippen. Und wir lachen hämisch.