1860 München: Abstieg eines Traditionsvereins - DER SPIEGEL
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1860 München: Niedergang eines Traditionsclubs

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Krise bei 1860 München Bilder eines Niedergangs

Vor mehr als acht Jahren stieg 1860 München aus der Bundesliga ab - und stand seitdem regelmäßig kurz vor der Pleite. Präsidenten, Manager und Trainer kamen und gingen, was blieb, war sportlicher Misserfolg. Chronologie eines tragischen Abstiegs.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - In München ist der Winter manchmal besonders kalt, vor allem beim örtlichen Zweitligisten 1860 München. Der gibt gerade ein erschreckendes Bild ab - nicht zum ersten Mal.

Der jordanische Investor Hasan Ismaik, der seit Mai 2011 mehr als 18 Millionen Euro in den Club gepumpt hat, droht mit dem Ausstieg, sollten seine Forderungen nicht umgesetzt werden. Dazu gehören eine Abkehr vom Sparkurs, Neuverpflichtungen - und vor allem der Rücktritt des Präsidenten. "Ich kann nicht mehr mit Herrn Schneider zusammenarbeiten. Er ist nicht ehrlich. Das geht nicht mehr. Ich hoffe, dass er zurücktritt."

Der so Geschmähte weigert sich jedoch zu gehen. Ein am Montag anberaumter Krisengipfel scheiterte, Ismaik schäumte nach den mehr als vierstündigen Verhandlungen, "sehr schlecht" sei die Sitzung gelaufen. Präsident Schneider berichtete, der Club-Investor habe indirekt mit der Einstellung seiner Zahlungen gedroht - und mit dem Gang zur Deutschen Fußball-Liga. 1860 steht am Scheideweg, mal wieder.

Denn in München müssen sie sich in diesen Tagen wie in einem Kino fühlen, in dem immer wieder Horrorfilme mit ähnlichem Drehbuch gespielt werden. Ein Investor, der Millionen in den Club pumpt? Und später das Präsidium zum Rücktritt auffordert? Keine drei Jahre ist es her, dass der Berliner Immobilienhändler Nicolai Schwarzer bei den "Löwen" keine Lust mehr hatte, mit dem damaligen Präsidium zusammenzuarbeiten. Der Club beendete den Investorendeal von sich aus, "Kasperle-Theater" nannte Schwarzer das.

Beide Fälle drehen sich um die Frage, wie viel Einfluss ein Investor bei einem deutschen Proficlub haben darf. Aber sie stehen auch stellvertretend für den Niedergang eines einst großen Clubs, der 1963 Mitbegründer der Bundesliga war und 1966 Deutscher Meister. Lesen Sie in der Bildergalerie die Geschichte des Abstiegs nach, der vor Jahren mit einem Traum begann, der schließlich zum Alptraum wurde.

ham/goe