1860 - Wolfsburg: Wolf vor dem Rausschmiss - DER SPIEGEL
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1860 - Wolfsburg Wolf vor dem Rausschmiss

Nach sieben Spielen immer noch sieglos, dazu Tabellenletzter: In Wolfsburg muss in dieser Woche mit der zweiten Trainerentlassung der Saison gerechnet werden.
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München - Die Entlassung von Trainer Wolfgang Wolf beim VfL Wolfsburg ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Die Niedersachsen unterlagen nach einer vor allem in der ersten Hälfte erschreckend schwachen Leistung bei 1860 München 1:2 (0:1) und warten auch nach dem siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga weiter auf den ersten Saisonsieg. Die Wölfe rutschten nach der vierten Pleite sogar auf den letzten Tabellenplatz ab. Der Druck auf Wolf, der seit dem 23. März 1998 in Wolfsburg tätig ist, wird damit vor dem Heimspiel am kommenden Samstag gegen den souveränen Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern noch größer.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff warnte VfL-Kapitän Claus Reitmaier das Präsidium vor voreiligen Schritten. "Ich hoffe, sie reagieren nicht zu früh", sagte der Keeper und stellte sich demonstrativ vor seinen Coach: "Die Mannschaft kämpft für den Trainer. Er kann nichts dafür, wenn es so unglücklich läuft." Manager Peter Pander entgegnete: "Wir sind wieder ohne Erfolgserlebnis, das macht die Sache nicht einfacher. Das ist eine ganz schlechte Bilanz." Der "starke Mann" im Club verweigerte ein klares Bekenntnis zu Wolf und meinte stattdessen ausweichend: "Wir werden dieses Spiel gemeinsam mit Herrn Wolf analysieren und besprechen, wie wir mit der Situation umgehen." Kritisch äußerte Pander, die Mannschaft habe in der ersten Halbzeit "zu wenig investiert".

Nur 15.000 Zuschauer im Olympiastadion


Die Tore für die Münchner, die durch den zweiten Heimerfolg Anschluss an die oberen Tabellenregionen halten, erzielten Daniel Borimirow (5.) und Martin Max (75.). VfL-Kapitän Charles Akonnor hatte für den Ausgleich gesorgt (67.). Sechs Minuten vor Schluss sah Akonnor wegen Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Ebenfalls vom Platz musste Marino Biliskov nach Rot wegen einer Tätlichkeit (90.).

Was 15.000 Zuschauer im Münchener Olympiastadion nach dem viel versprechenden Auftakt zu sehen bekamen, hatte wenig mit Bundesliga-Fußball zu tun. Vor allem die Gäste aus Wolfsburg machten hauptsächlich in der ersten Hälfte nicht gerade den Eindruck, als würden sie für ihren in der Kritik stehenden Trainer Wolf spielen. Die "Wölfe" agierten ohne Biss und völlig verunsichert. Da half offenbar auch ein fünftägiges Trainingslager am Chiemsee vor der Partie in München nichts. Doch auch die "Löwen" boten ihren Fans trotz der frühen Führung im Rücken wenig.

Joker Max sticht nach zwei Minuten


Erst nach der Pause agierte der VfL etwas druckvoller. Der eingewechselte Martin Petrow scheiterte in der 52. und 66. Minute mit Weitschüssen jedoch am gut reagierenden 1860-Keeper Simon Jentzsch. Der hatte jedoch keine Chance, als Akonnor nach Vorlage von Tobias Rau den Ball auf kurzer Entfernung zum Ausgleich einschoss. Die Münchner Hintermannschaft agierte in dieser Szene jedoch wie eine Freuzeittruppe. Besser machte es dagegen der eingewechselte Löwen-Angreifer Martin Max. Zwei Minuten nach seiner Hereinnahme erzielte er mit einem Schuss ins lange Eck das 2:1.

TSV 1860 München - VfL Wolfsburg 2:1 (1:0)
1:0 Borimirow (5.)
1:1 Akonnor (67.)
2:1 Max (75.)
1860 München: Jentzsch - Tapalovic, Zelic, Greilich (72. Max) - Wiesinger (59. Pfuderer), Borimirow, Häßler (67. Weissenberger), Hoffmann, Bierofka - Schroth, Agostino
VfL Wolfsburg: Reitmaier - Franz, Schnoor, Biliskov - Greiner, Kühbauer (55. Karhan), Akonnor, Munteanu, Rau (69. Madsen) - Maric, Rische (46. Petrow)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 18.000
Gelb-Rote Karte: Akonnor wegen wiederholten Foulspiels (84.)
Rote Karte: Biliskov wegen Tätlichkeit (90.)
Gelbe Karten: Agostino, Bierofka, Borimirow - Greiner

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