1899 Hoffenheim und der VfB Stuttgart - DER SPIEGEL
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Hoffenheim gegen Stuttgart Der VfB kann unentschieden!

Von wegen Sparmodus: Im Baden-Württemberg-Derby zwischen Hoffenheim und Stuttgart fielen so viele Tore nie nirgendwo sonst an diesem Samstag. Geholfen hat das beiden wenig. Alles Wichtige zum Süd-Duell.
VfB-Profis Werner, Baumgartl: Remis in letzter Sekunde
VfB-Profis Werner, Baumgartl: Remis in letzter Sekunde

VfB-Profis Werner, Baumgartl: Remis in letzter Sekunde

Foto: Bongarts/Getty Images
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Ausgangslage des Spiels: Die TSG Hoffenheim noch ohne Heimsieg in dieser Spielzeit, der VfB Stuttgart hat von sieben bisherigen Ligaspielen sechs verloren. Dazu noch das einzig verbliebene Baden-Württemberg-Duell in der Liga. Zu erwarten war also die Sparversion von einem Bundesligaspiel.

Ergebnis des Spiels: 2:2. Ein Füllhorn geradezu, das über dem Spieltag ausgeschüttet wurde: Die Partie mit den meisten Toren an diesem Samstag. Zweimal Kevin Volland für Hoffenheim (33./77.), zweimal Kopfball für den VfB Stuttgart (Kliment 64., Werner 90.).

Die erste Halbzeit: Schien allen Erwartungen zu entsprechen. Nach einem frühen Pfostenschuss von Emir Bicakcic nach vier Minuten legte sich die Partie aufs Ohr. Erst Schiedsrichter Denis Aytekin küsste sie wach, indem er einem Faller von Hoffenheims Pirmin Schwegler überraschend die Elfmeter-Reife attestierte. Volland exekutierte zur Führung.

Die zweite Halbzeit: Brauchte den Schiedsrichter zum Wachküsser nicht mehr. Nachdem der gerade eingewechselte Jan Kiment das 1:1 geköpft hatte, wurde in der 77. Minute der obligatorische Torwartfehler von Keeper Przemyslaw Tyton eingelöst. Volland nutzte den Stellungsfehler des Torwarts clever aus. Timo Werner gab all dem die Wende, in dem er es völlig anders machte, als man es vom VfB gewohnt ist. Statt in den Schlussminuten das entscheidende Tor zu kassieren wie sonst üblich, köpfte er fast mit dem Abpfiff das 2:2.

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Bundesliga: Viele späte Tore

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Duell des Spiels: Kevin Volland gegen sein Image. Dem Nationalspieler hängt seit Jahren an, dass er noch mehr aus sich machen könnte. Bei all den Anlagen, die er mitbringt und die regelmäßig zu der These führen: Bei Dortmund oder in München wäre er längst ein viel größerer Star. In diesen Tagen beweist er: Es geht auch in Hoffenheim.

Spieler des Spiels: Der chilenische Neuzugang Eduardo Vargas dürfte der erste Hoffenheimer Spieler sein, der es je geschafft hat, auf die Shortlist für die Wahl des Weltfußballers zu kommen. Seine Chancen, die Wahl zu gewinnen, sind überschaubar. Aber sein frecher Heber in der ersten Hälfte, der fast zum 2:0 geführt hätte, lässt ahnen, dass 1899 demnächst eine 30-Millioinen-Euro Ablösesumme aus England erzielen wird.

VfB-Coach Zorniger: "Ich bin ein guter Trainer"

VfB-Coach Zorniger: "Ich bin ein guter Trainer"

Foto: Bongarts/Getty Images

Körperteil des Spiels: Die Bandscheibe, Discus intervertebralis. Der in einem unglücklichen Fall der Prolapsus nuclei pulposi, kurz auch der Discusprolaps, zustoßen kann. Man kann auch Bandscheibenvorfall dazu sagen. Oder wie Daniel Ginczek es möglicherweise formulieren würde: Großer Mist. Der Stürmer fällt wahrscheinlich die gesamte Hinrunde aus.

Wechsel des Spiels: In der 58. Minute machte VfB-Coach Alexander Zorniger einen typischen Zorniger-Move, um zu beweisen, dass er der ganz andere Trainer in der Bundesliga ist. Er wechselte gleich drei Spieler auf einmal ein. Einer davon, Jan Kliment, machte 61 Sekunden später das 1:1.

Zitat des Spiels: "Ich bin ein guter Trainer." Alexander Zorniger vor dem Spiel beim TV-Sender Sky. Es schadet angesichts des Tabellenstandes 18 aus seiner Perspektive sicher nicht, darauf noch einmal hinzuweisen.

Erkenntnis des Spiels: Der VfB kann nicht nur verlieren, er kann auch Unentschieden. Geholfen hat das zwar wenig: Stuttgart ist jetzt Letzter. Dennoch bleibt: Zorniger-Fußball ist also doch nicht zwangsläufig der Lauf ins offene Messer.

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Foto: Roland Holschneider/ dpa