2. Fußball-Bundesliga Bielefeld träumt wieder vom Oberhaus
Mainz - Nach dem spielerischen Offenbarungseid bei der schmerzlichen 0:2-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld legte der Mainzer Coach das Thema Aufstieg erst einmal zu den Akten. "Wenn wir so spielen, gibt es gar keine Grundlage, über den Aufstieg zu reden. Wir sind weg gebrochen, auch psychisch. Das war gar nichts", kritisierte Klopp seine Mannschaft.
Vor allem die Art und Weise der ersten Rückrunden-Niederlage brachte den sonst eher zurückhaltenden Mainzer Trainer in Rage. "Wenn es darum ging, Fußball zu spielen, haben wir blind draufgehauen. Ich kann mich nur bei den Fans entschuldigen", sagte Klopp. Nur eine Chance durch Benjamin Auer erarbeiteten sich die Hausherren gegen abgeklärt auftretende Bielefelder, die die Schwächen in der FSV-Abwehr durch Fatmir Vata (29.) und Massimiliano Porcello (48.) eiskalt ausnutzten.
"Wir haben ein grottenschlechtes Spiel abgeliefert und verdient verloren. Aber aufgeben werden wir deshalb nicht, auch wenn wir einen Dämpfer bekommen haben. Vielleicht stehen wir schon in Cottbus wieder auf", appellierte 05-Manager Christian Heidel an das Team, das sich fast kampflos in sein sportliches Schicksal ergab. Schwach in der Abwehr, ohne Ideen im Mittelfeld und harmlos im Sturm präsentierten sich die Rheinhessen. Klopp blieb da lediglich Galgenhumor: "Wir haben uns im Mittelfeld nur die Beine gebrochen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass uns heute irgendetwas hätte helfen können."
Während die Mainzer ihre Wunden leckten, herrschte bei den Gästen Hochstimmung. "Wir haben einen guten Lauf und sind gegen einen direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf einen entscheidenden Schritt weitergekommen", erklärte der im Mittelfeld auffällig agierende Routinier Detlev Dammeier. Die Arminen sind seit nunmehr sieben Spielen ungeschlagen und haben sich durch die Serie erstmals seit fünf Monaten wieder auf einen Aufstiegsplatz gekämpft. "Vor fünf Wochen waren wir weg, jetzt spürt unsere Mannschaft, dass nach oben etwas geht. Das war eine reife Leistung", lobte Trainer Uwe Rappolder. Und Sportdirektor Thomas von Heesen frohlockte: "Das war ein sehr wichtiger Sieg. Nun weiß jeder, dass mit uns zu rechnen ist."
FSV Mainz 05 - Arminia Bielefeld 0:2 (0:1)
0:1 Vata (29.)
0:2 Porcello (48.)
Mainz: Wache - Falkenmayer (67. Teinert), Friedrich, Bodog,
Rose - Niclas Weiland, Schwarz, Azaouagh (75. Babatz) - Thurk,
Auer, Dworrak (46. da Silva)
Bielefeld: Hain - Owomoyela, Lense, Gabriel, Sinisterra -
Rauw, Kauf, Porcello, Dammeier (89. Heithölter) - Vata (46.
Katanha), Küntzel (85. Murawski)
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 15.000
Gelbe Karten: Bodog (5/4), Thurk (5/1), Azaouagh (4), Dworrak (3) - Lense (2)