2. Fußball-Bundesliga: DFL zeigt sich mit Reutlingen gnädig - DER SPIEGEL
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2. Fußball-Bundesliga DFL zeigt sich mit Reutlingen gnädig

In letzter Instanz hat die Deutsche Fußball-Liga den Lizenzentzug für den Zweitligisten SSV Reutlingen doch noch rückgängig gemacht. Leid Tragender der überraschenden DFL-Entscheidung ist die Spielvereinigung Unterhaching.
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Hamburg - Am späten Freitagabend gab der Vorstand des Liga-Verbandes nach einer mehrstündigen Sitzung in Leverkusen einer erneuten Reutlinger Beschwerde statt und machte den Zwangsabstieg des SSV rückgängig.

Absteiger in die Regionalliga ist nun neben dem FC Schweinfurt, dem SV Babelsberg und dem 1. FC Saarbrücken die Spielvereinigung Unterhaching. Die Münchner Vorstädter hatten nach Abschluss der Saison Rang 15 belegt und damit sportlich den Klassenerhalt verpasst. Für die SpVgg ist es der zweite Abstieg in Folge. Nach der Saison 2000/2001 hatte Unterhaching die Bundesliga verlassen müssen.

Erster Reutlinger Einspruch war abgelehnt worden

Den ersten Einspruch der Reutlinger gegen den Lizenzentzug vom 6. Mai hatte die DFL noch als "nicht stichhaltig" zurückgewiesen. Der SSV, der als Tabellenzehnter sportlich die Klasse erhalten hatte, startet mit einem Punktabzug von sechs Zählern in die Zweitligasaison 2002/2003 und muss zusätzlich bis zum 30. Juni 250.000 Euro Strafe zahlen.

"Die Reutlinger Vereinsführung hat die Verstöße im Lizenzierungsverfahren zugegeben. Lediglich gegen die Höhe des Strafmaßes, die mit Lizenzentzug festgelegt wurde, legte der Verein Einspruch ein", erklärte am Freitagabend DFL-Sprecher Tom Bender. Reutlingen hatte Bürgschaften in Höhe von rund 900.000 Euro zurückgezogen und vor der DFL nicht deklariert.

Unterhaching geschockt

"Wir waren alle überrascht. Ich habe zwar keinen hundertprozentigen Einblick, aber wenn solch massive Verstöße wie im Falle Reutlingen in einen Punktabzug umgewandelt werden, kann ich das nicht nachvollziehen", klagte Haching-Manager Norbert Hartmann.

Hoffnungen, wegen des möglichen Lizenzentzuges eines anderen Klubs doch noch zweitklassig zu bleiben, hat Hartmann nicht mehr. Einen Protest der Unterhachinger werde es nicht geben, zumal dieser Schritt, so ließ die DFL verlauten, wohl "keinen Erfolg" gehabt hätte, "da der Verein sportlich abgestiegen ist".