2. Liga Tumulte am Tivoli
Aachen - Fußball-Profi Franklin vom Zweitligisten Energie Cottbus will wegen der Tumulte im Spiel bei Aufstiegs-Mitkonkurrent Alemannia Aachen Strafanzeige gegen Aachens Trainer Eugen Hach stellen. Außerdem kündigte Energie-Präsident Dieter Krein an, Protest gegen die Wertung der 0:1-Niederlage vom Freitagabend einzulegen.
"Hach hat den Arm um mich gelegt und mich mit der Hand am Hals gepackt. Deshalb werde ich ihn verklagen", sagte der brasilianische Stürmer des Tabellendritten. Nach dem Spiel waren bei Franklin Würgemale am Hals zu sehen.
Bereits in der achten Minute war es auf dem Tivoli zu tumultartigen Szenen gekommen. Nach einem Zweikampf zwischen Franklin und Henry Heeren beteiligten sich nahezu alle Akteure und Ersatzspieler an der Rangelei. "Es entstand eine Spielertraube, in die Franklin hereingedrängt ist. Ich habe versucht, ihn mit ausgestrecktem Arm wegzuhalten, um die Situation zu beruhigen", rechtfertigte sich Hach. Energie-Trainer Eduard Geyer meinte: "So etwas habe ich in zwanzig Jahren an der Seitenlinie noch nicht erlebt."
Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) zeigte Heeren und Franklin nach der Aktion die Gelbe Karte, der Brasilianer kassierte nur acht Minuten später nach einem Foulspiel sogar Gelb-Rot. Zwei Minuten vor der Pause sah auch Energie-Kapitän Steffen Heidrich nach einem Wortwechsel mit dem Schiedsrichterassistenten die Gelb-Rote Karte. Den Siegtreffer für den Aufsteiger erzielte Erwin Vanderbroeck in der 83. Minute.
"Wir werden Einspruch einlegen. Ich erwarte nicht unbedingt, dass wir das Ergebnis kippen können. Aber Recht muss Recht bleiben", gab sich Energie-Präsident Krein realistisch.
Trotz der Niederlage bleibt Cottbus mit 46 Zählern vorerst ärgster Verfolger des Spitzenduos 1. FC Köln und VfL Bochum. Dahinter haben Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Nürnberg und Aachen nur noch einen Punkt Rückstand. Die Absteiger aus Nürnberg und Mönchengladbach haben zudem noch ein Spiel weniger auf dem Konto.