Abschied Berner Wankdorfstadion gesprengt
Bern - Das 47 Jahre alte Stadion wurde am Freitagnachmittag gesprengt, weil es einem für 2004 geplanten Neubau weichen muss. Insgesamt waren über 20 Kilogramm Sprengstoff nötig, um auch das 23 mal 110 Meter große Dach der Haupttribüne zum Einsturz zu bringen.
Zum Erstaunen der Sprengexperten widerstand jedoch einer der vier 50 Meter hohen Flutlichtmasten dem Dynamit. Der Pfeiler in der Südostecke des Stadions konnte erst anderthalb Stunden nach der Zündung mit Hilfe eines Seiles gefällt werden.
Zwar sei die Sprengladung planmäßig ausgelöst worden, so einer der Detonations-Fachleute, der Mast sei jedoch mit deutlich stärkeren Eisen versehen gewesen als die übrigen Exemplare.
Das Wankdorfstadion war neben dem inzwischen ebenfalls abgerissenen Londoner Wembley-Stadion für die deutschen Fußballfreunde die geschichtsträchtigste Spiel-Arena. In Bern wurde die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am 4. Juli 1954 mit einem 3:2-Sieg im Finale gegen Ungarn erstmals Weltmeister.
Das Team von Bundestrainer Sepp Herberger holte im Endspiel gegen die von allen Fachleuten als unschlagbar eingestuften Ungarn einen 0:2-Rückstand auf. Der Sieg - in der Vorrunde hatte die deutsche Mannschaft um Kapitän Fritz Walter noch 3:8 gegen Ungarn verloren - ging als das "Wunder von Bern" in die Sportgeschichte ein.