Abseitsregel Fifa beugt sich den Protesten
Zürich - Somit ist die erst am 26. Februar diesen Jahres eingeführte Neuerung Geschichte. Die erstmals beim Konföderationen-Cup angewandte und scharf kritisierte Regel besagte, dass Schieds- und Linienrichter Abseits erst dann anzeigen dürfen, wenn der abseits stehende Spieler den Ball berührt. "Das war eine Korrektur der Unvernunft", sagte DFB-Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell auf Anfrage des "sid", "selten waren sich Spieler, Trainer und Schiedsrichter so einig wie in diesem Fall."
Mit dieser Entscheidung hat sich die Auffassung unter anderem des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) durchgesetzt. Nach einem Treffen der Arbeitsgruppe des International Football Association Board (Ifab) unter dem Vorsitz von Angel Maria Villar wurde folgender Text für die Anwendung der Regel 11 formuliert.
"Ein Spieler in einer Abseitsstellung kann bestraft werden, bevor er den Ball spielt oder berührt, falls nach Ansicht des Schiedsrichters kein anderer Mitspieler, der sich in einer Nicht-Abseitsstellung befindet, die Möglichkeit hat, den Ball zu spielen. Greift ein Gegenspieler ein und droht nach Ansicht des Schiedsrichters Körperkontakt, wird der Spieler, der sich in einer Abseitsstellung befindet, bestraft, da er den Gegner beeinflusst."
In ihrer Mitteilung legte die Fifa Wert daruf, die Peinlichkeit in Grenzen zu halten und betonte ausdrücklich dass "eine Änderung der Regel nicht Gegenstand der Sitzung". Da die ersten Erfahrungen mit den neuen Entscheidungen jedoch Klärungsbedarf gezeigt hätten, habe die die Arbeitsgruppe im Rahmen ihrer Sitzung die neue Definition ausgearbeitet.
Der Ifab einigte sich außerdem auf eine Präzisierung der Stelle, an der das Spiel nach einer Unterbrechung wegen einer Abseitsstellung fortgesetzt wird: "Das Spiel wird mit einem indirekten Freistoß an jener Stelle fortgesetzt, an der sich der Spieler ursprünglich befand, als seine Abseitsposition erkannt wurde", heißt es nun in Regel 11.