Bundesliga: Stuttgart hängt im Abstiegskampf fest
Abstiegskampf Stuttgart patzt, Gladbach hofft
Hamburg - Der VfB Stuttgart kommt einfach nicht aus dem Tabellenkeller. Durch ein 0:1 (0:1) gegen den SC Freiburg bleibt das Team von Trainer Bruno Labbadia auf Platz 17. Die Freiburger gewannen dank des zweiten Saisontreffers von Johannes Flum in der 24. Minute.
"Das war ein hartes Stück Arbeit, der Sieg war etwas glücklich" sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt und lobte die "gute Einstellung" seiner Mannschaft. Der überlegene SC bewegt sich als Tabellensechster mit 33 Punkten weiter in den Europacup-Regionen.
Der VfB bleibt nach der ersten Niederlage in der Rückrunde Vorletzter, Coach Labbadia ärgerte sich über die Vorstellung seiner Mannschaft: "Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. Wir waren zu mutlos und sind immer zurückgewichen. Das war das, was war nicht wollten."
Vor dem Spiel hatte der VfB Schals mit der Aufschrift "Niemals Zweite Liga" an seine Zuschauer verteilt. Doch die Spieler zeigten auf dem Platz zunächst wenig Erstklassiges: Keine Ideen, technische Mängel und Fehlpässe bestimmten das Stuttgarter Spiel. Auf der Gegenseite hatte Freiburgs Torjäger Papiss Cissé anderthalb Wochen nach seinem Muskelfaserriss die erste Torchance. In der zweiten Minute prüfte der Senegalese, der in dieser Saison bereits 15 Mal getroffen hatte, mit einem Schuss aus 25 Metern VfB-Keeper Sven Ulreich.
Stuttgart in Halbzeit eins wie gelähmt
Auch in der Folge ließ Freiburg die Stuttgarter kaum zur Entfaltung kommen. In der Abwehr stand der SC vor allem dank Abräumer Cedrick Makiadi sicher, im Angriff kombinierten sie beinahe nach Belieben. So auch beim Führungstreffer, als Flum (24.) eine Gemeinschafts-Aktion mit Jan Rosenthal und Maximilian Nicu erfolgreich abschloss. Bis auf einen Schuss von Ciprian Marica (22.), den Freiburgs Torwart Oliver Baumann abwehrte, und ein Freistoß von Daniel Didavi (38.) war vom VfB nichts zu sehen. "Die Spieler wirken wie gelähmt", sagte VfB-Clubchef Erwin Staudt in der Halbzeitpause.
Auch nach dem Wechsel änderte sich nichts. Außer Engagement hatten die Stuttgarter kaum etwas zu bieten. VfB-Coach Labbadia brachte Timo Gebhart und Martin Harnik, um die Offensive zu beleben. Harnik leitete dann auch die bis dahin beste Möglichkeit des VfB ein, als er den ebenfalls eingewechselten Sven Schipplock nach einem Flum-Fehler bediente. Doch Schipplock (75.) scheiterte an SC-Schlussmann Baumann.
Doppeltes Pech hatten die Stuttgarter dann kurz vor dem Ende: Schiedsrichter Jochen Drees ahndete zunächst ein Handspiel von Freiburgs Heiko Butscher (82.) im Strafraum nicht. Dann schaffte es Harnik eine Minute vor dem Ende nicht, den Ball aus vier Metern ins Tor zu schieben - er traf den Außenpfosten.
"Die Möglichkeit von Harnik war eine hundertprozentige Chance. Normalerweise macht Martin diese Dinger rein", kommentierte Labbadia diese Szene. "Das ist bitter für uns, weil wir viel investiert haben. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt."
Erschwerend kommt für Stuttgart im Abstiegskampf hinzu, dass sie von den ausbleibenden 14 Spielen nur sechs Mal zu Hause spielen, acht Mal müssen sie auswärts antreten. In dieser Saison holte der VfB nur drei Punkte auf fremdem Platz.
VfB Stuttgart - SC Freiburg 0:1 (0:1)
0:1 Flum (24.)
Stuttgart: Ulreich - Funk (60. Harnik), Tasci, Niedermeier, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Gentner, Didavi (46. Gebhart) - Marica (71. Schipplock), Pogrebnjak
Freiburg: Baumann - Mujdza, Barth, Butscher, Bastians - Makiadi - Putsila, Rosenthal (65. Daniel Caligiuri, 90. Jendrisek), Flum (85. Toprak), Nicu - Cisse
Schiedsrichter: Drees
Zuschauer: 38.600
Gelbe Karten: Putsila (4), Mujdza (3)
De Camargo schießt Gladbach zum Sieg in Frankfurt
Mit einem hart umkämpften Sieg in Frankfurt hat Borussia Mönchengladbach im Abstiegkampf drei wichtige Punkte gesammelt. Igor de Camargo bescherte dem Tabellenletzten mit seinem Tor in der 84. Minute den 1: 0 (0:0)-Sieg bei der Eintracht . Damit verkürzte die Borussia den Rückstand zum Relegationsplatz auf drei Punkte, der zum rettenden 15. Rang beträgt weiter sechs Zähler.
Borussen-Trainer Michael Frontzeck freute sich nach dem Schlusspfiff über den Sieg, merkte aber an: "Wir sind schwer ins Spiel gekommen. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele leichte Ballverluste"
"Wir haben viele gute Möglichkeiten herausgespielt, leider haben wir verloren", ärgerte sich Eintracht-Trainer Michael Skibbe. "Es darf nicht passieren, dass wir zu Hause gegen den Tabellenletzten verlieren", klagte Frankfurts Abwehrspieler Maik Franz.
Fast-Schon-Abgänger Caio vergibt gute Torchancen in Hälfte eins
Vor 43.700 Zuschauern hätte Eintrachts Mittelfeldspieler Caio für die Führung sorgen können. Der überraschend von Beginn an aufgebotene Brasilianer hatte bereits in der ersten Halbzeit gleich drei gute Chancen. In der 33. Minute traf er mit einem Schlenzer nur den Pfosten. Dabei war der Wechsel Caios zu Dynamo Moskau in der vergangenen Woche fast schon sicher. Doch der 24-Jährige, mit 3, 8 Millionen Euro der bislang teuerste Zugang der Frankfurter Vereinsgeschichte, fiel wegen eines Knorpeldefekts im Knie durch den Medizin-Check der Russen .
Die Gladbacher, bei denen Zugang Michael Fink von Besiktas Istanbul zunächst auf der Bank saß, agierten selten zwingend. Ergaben sich dann durch Fehler in der Frankfurter Hintermannschaft doch Möglichkeiten, vergaben die Borussia-Stürmer Mike Hanke (34.) und de Camargo (41.) in aussichtsreicher Position.
Bei den Gastgebern kam neben Caio lange Zeit nur die einzige Spitze Martin Fenin gefährlich vor das Borussen-Tor. Doch der Tscheche, der zunächst den bis zur 70. Minute auf der Ersatzbank sitzenden Toptorjäger Theofanis Gekas vertrat, setzte einen Kopfball über das Tor (11.).
Nach dem Wechsel machte Gladbach mehr Druck. Harvard Nordtveit verzog in der 68. Minute nur knapp. Kurz danach rettete Frankfurts Sebastian Jung einen Kopfball von de Carmago auf der Linie. Die Eintracht hatte bei einem Schuss von Alexander Meier an den Pfosten Pech (76.). De Camargo drückte dann kurz vor Schluss eine Hereingabe von Karim Matmour durch die Beine von Eintracht-Torhüter Oka Nikolov. Das war einfach ein guter Konter", sagte Skibbe anerkennend.
Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)
0:1 de Camargo (84.)
Frankfurt: Nikolov - Jung, Franz (87. Halil Altintop), Russ, Tzavellas (86. Amanatidis) - Schwegler - Ochs, Caio, Meier, Köhler - Fenin (71. Gekas)
Mönchengladbach: Heimeroth - Levels, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Idrissou - de Camargo (90.+2 Marx), Hanke (46. Matmour)
Schiedsrichter: Gagelmann
Zuschauer: 43.700
Gelbe Karten: Neustädter, de Camargo