Achilles' Spezial: Heilige Monica - DER SPIEGEL
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Achilles' Spezial Heilige Monica

Was ist bloß los mit Monica Lierhaus? Die ARD-Moderatorin vernimmt Stimmen - und zwar von Lukas Podolski. Hat sie etwa auch schon seine drei Tore im Halbfinale gegen Italien vorhergesehen?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es gibt zwei Sorten von Männern. Die einen finden Monica Lierhaus in allen Bereichen oberkompetent, sogar beim Fußball. Die anderen nicht. Diese anderen haben nach dem Viertelfinale ein paar gute Argumente dazu bekommen. Denn offenkundig hatte die Mikrofonhalterin mit dem stählernen Kampflächeln nach dem Argentinien-Spiel Visionen.

Mehrfach erwähnte sie, live vor dem deutschen Mannschaftshotel, dass "Poldi" nach ihr riefe. Dabei zeigte sie auf einen Zaun, hinter dem es sehr dunkel war, und kicherte vorfreudig. Zwei Sätze später das gleiche: "Poldi" habe schon wieder nach ihr gerufen. Hoppala, dachte der Fußballkenner, die wenigsten Spiele haben 90 Minuten.

Nur der eisenharte Rechercheur Marcel Schwamborn vom "Kölner Express" behielt kühlen Kopf: Er rief umgehend bei Lukas Podolski auf dem Handy an. Und siehe da: Der Kicker kauerte keineswegs im Unterholz am Hotelzaun. Sonst hätte man das Handy ja bei der ARD-Schalte klingeln gehört. Mit seiner Freundin saß der Kicker, wie acht Millionen Zuschauer auch, vielmehr auf dem Zimmer vor dem Fernseher und wunderte sich über eine an diesem Abend alberne Rothaarige, die es fertig bringt, dass man sich Waldemar Hartmann zurückwünscht.

Was war los mit dieser Frau? Drei Erklärungsmodelle, warum eine Sportmoderatorin die Kontrolle verlor.

Erstens: Frau Lierhaus laboriert an einer besonders tückischen Form des Lagerkollers, die vor allem Frauen im schicksalhaften zweiten Lebensdrittel befällt. Die Kicker leiden, wenn sie nicht raus dürfen. Die Reporterin wird nur schwer damit fertig, dass sie nicht rein darf. Seit drei Wochen wartet sie, und wir mit ihr, auf die erste exklusive Information von der Mannschaft.

Zweitens: Frau Lierhaus war in Trance. Denn in Wirklichkeit ist sie eine Heilige, die eine Erscheinung hatte. Drei Tore von Podolski sah sie für das Italien-Spiel vorher. Der Boden, auf dem sie stand, muss umgehend abgesperrt, eine Kapelle dort errichtet werden. Die Einrichtung kann man aus der ZDF-Arena am Potsdamer Platz nehmen, die ist so gut wie unbenutzt.

Drittens: Frau Lierhaus hörte tatsächlich mehrfach ihren Namen. Allerdings nicht Poldis Stimme, sondern die eines italienischen Saboteurs, der mit zwei Kumpanen das Wasser im Hotelpool mit Rizinus versetzen wollte. Er hatte seine Kumpel in der Dunkelheit verloren und rief jetzt nach ihnen: "Luca", "Monica".