Addos dritter Kreuzbandriss "Was ihm widerfährt, ist Wahnsinn"
Dortmund - Die schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten, doch das dürfte für Otto Addo nur ein schwacher Trost sein. Die Verletzung im rechten Knie, die sich der Dortmunder Angreifers im Uefa-Cup-Spiel gegen Austria Wien zuzog, wurde als Teilriss des vorderen Kreuzbandes diagnostiziert. Außerdem ist das Innenband überdehnt und der Innenmeniskus eingerissen.
Die Schwere der Verletzung konnte nach einer Kernspintomographie beim Kniespezialisten Heinz-Jürgen Eichhorn in Straubing noch nicht abschließend beurteilt werden. Wie BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun erklärte, wurde Addo eine Spezialschiene angelegt, die er sechs Wochen lang tragen muss. Erst anschließend wird darüber entschieden, ob eine erneute Operation notwendig wird.
Addo hatte sich die Blessur in der Anfangsphase der Partie im Ernst-Happel-Stadion zugezogen und schon seine Auswechslung signalisiert, bevor er in der 38. Minute mit dem linken Fuß das 1:0 erzielte und Sekunden später vom Feld humpelte. Noch vor wenigen Tagen hatte Trainer Matthias Sammer vom "unglaublichen" Comeback des Offensivspielers geschwärmt. "Was er so kurz nach den schweren Verletzungen an Leistungen abliefert, ist unglaublich und vorbildlich zugleich", meinte der BVB-Coach. Addo hat bisher alle Saisonspiele für die Dortmunder bestritten.
"Ich gehe heute in die Kirche und zünde eine Kerze an. Was ihm widerfährt, ist Wahnsinn", kommentierte Lars Ricken das Verletzungspech des Teamkollegen. "Es ist bitter, dass es nun den nächsten erwischt hat", sagte Routinier Stefan Reuter. Mit Addo und Mittelfeldspieler Dede, der sich in Wien ebenfalls am Knie verletzte, verlängerte sich die Dortmunder Verletztenliste auf mittlerweile zwölf Spieler.