Adidas-Chef zum Fall Hoeneß "Wir sind da absolut sauber"
Adidas-Chef Hainer: Weist jegliche Verwicklung in Hoeneß-Affäre zurück
Foto: Daniel Karmann / dpaHamburg - Adidas und den FC Bayern München verbindet eine langjährige Partnerschaft. Im Zuge der Steueraffäre des Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wurde diese Geschäftsbeziehung besonders kritisch beäugt. Nun hat Adidas-Chef Herbert Hainer Zusammenhänge zwischen dem Konzern und der Affäre zurückgewiesen.
"Wir haben das natürlich intern bei uns untersucht", sagte Hainer am Freitag: "Wir sind da absolut sauber." Der bereits im Jahr 2009 verstorbene frühere Adidas-Vorstandsvorsitzende Robert Louis-Dreyfus hatte Hoeneß für dessen Schweizer Zocker-Konto 5 Millionen Mark geliehen und für 15 weitere Millionen Mark gebürgt. Kurz darauf vereinbarten Adidas und der FC Bayern München im Jahr 2001 ihre strategische Partnerschaft - obwohl Adidas-Konkurrent Nike ein höheres Gebot abgegeben hatte.
Dennoch gebe es zwischen dem Privatgeschäft sowie dem Engagement des Konzerns bei Bayern München laut Hainer keinen Zusammenhang. Louis-Dreyfus sei zum Zeitpunkt der Verhandlungen zwischen Adidas und dem Club bereits nicht mehr in das Tagesgeschäft involviert gewesen. Und weder er selbst als Louis-Dreyfus' Nachfolger noch irgendjemand anderes im Unternehmen habe etwas von dem Kredit gewusst.
"Wir sind mit der Zusammenarbeit absolut zufrieden"
Auch Hoeneß hatte in einem Interview der "Zeit" erklärt: "Robert hatte mit dem Deal gar nichts zu tun." Die Entscheidung für die Partnerschaft mit Adidas sei gefallen, weil es sich um ein deutsches Unternehmen handle und der FC Bayern lange vertrauensvoll mit Adidas zusammengearbeitet habe. "Es muss doch möglich sein, es so lange zu erklären, bis dieses Geschmäckle weg ist", so Hoeneß.
Mit Blick auf dessen Steueraffäre sagte Hainer, der im Aufsichtsrat des FC Bayern Stellvertreter von Hoeneß ist: "Die Medien und die Öffentlichkeit sollten nicht den Fehler machen, Uli Hoeneß vorzuverurteilen. Ich zumindest tue es nicht." Hoeneß wisse selbst am besten, dass er "einen Riesenfehler gemacht" habe. Doch auch wenn Steuerhinterziehung kein Kavaliersdelikt sei, gebe es in Deutschland nun mal das Mittel der strafbefreienden Selbstanzeige.
Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung. Auf das Engagement des weltweit zweitgrößten Sportartikelkonzerns bei den Münchnern werde die Affäre aber keine Auswirkungen haben, versicherte Hainer. "Natürlich werden wir Aktionäre beim FC Bayern München bleiben. Wir sind mit der Zusammenarbeit absolut zufrieden."