Adidas-Deal Zwanziger erwägt Gang zum Staatsanwalt
Hamburg - Weil er "nicht ausschließen" könne, "dass eine Staatsanwaltschaft von Amts wegen ermittelt", erwäge er "ernsthaft, ob ich Anfang der Woche selbst die Unterlagen der Staatsanwaltschaft übergeben soll", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in einem Interview mit der "Sportbild". Er werde keinesfalls, "von wem auch immer, den unterschwelligen Vorwurf verbreiten lassen, wir hätten mit diesem Vergleichsabschluss das Vermögen des DFB vorsätzlich geschädigt", erklärte Zwanziger. Wenn man ihn in die Nähe einer strafbaren Handlung rücke und dies leichtfertig tue, "dann reagiere ich allergisch. Ich lasse meine Ehre nicht mutwillig beschädigen".
Gleichzeitig attackierte der 62-Jährige nochmals den neuen DFL-Präsidenten Reinhard Rauball. Auf die Frage, warum sich der Präsident von Borussia Dortmund im Zusammenhang mit der Verlängerung mit Adidas so aufrege, erklärte der DFB-Chef: "Weil es ihm im Moment offenbar nicht darum geht, verantwortungsvolle Politik im deutschen Fußball zu betreiben, sondern Konfliktstrategien zu fahren."
Er wisse, so Zwanziger weiter, "dass in der Ligaführung mehrere Strategien vorbereitet waren. Wenn wir zu Nike gewechselt wären, hätte man gesagt: Das sind unanständige DFB-Leute, die mit Tradition und Moral wenig im Sinn haben. Wenn wir bei Adidas bleiben, dann haben wir Geld verbrannt. Solche Doppelstrategien mag ich nicht".
Rauball hatte die am vergangenen Freitag bekanntgegebene Verlängerung mit Adidas mit "erheblichen Bedenken" verfolgt und bekundet, der DFB hätte - weil die Liga an dem Deal partizipiert - aus Rücksicht auf die 36 Profi-Clubs einen finanziell besseren Abschluss erzielen müssen. Weil der neue Ausrüstervertrag bis 2018 rund 300 Millionen Euro niedriger dotiert ist als die Offerte des Konkurrenten Nike, gehen den Profi-Vereinen aus ihrem 18-prozentigen Anteil knapp 45 Millionen Euro verloren.
goe/sid