Affäre Daum Hoeneß prangert Scheinheiligkeit an
"Wenn sich die Meinung durchsetzt, dass ein Drogenabhängiger Bundestrainer werden soll: Was sollen dann die Eltern sagen, deren Kinder drogenabhängig sind? Wenn diese Meinung sich durchsetzt, möchte ich damit nichts mehr zu tun haben", sagte Hoeneß am Sonntag mit erregter Stimme in der DSF-Sendung "Doppelpass".
"Ich muss mir in den nächsten Monaten überlegen, ob mir das so überhaupt noch Spaß macht - bei dieser Scheinheiligkeit, die sich in das Geschäft eingeschlichen hat", sagte Hoeneß. Er habe immer oberhalb der Gürtellinie kritisiert, behauptete der Bayern-Manager, andere jedoch hätten dies nicht getan.
Hoeneß ist noch immer darum bemüht, sein ramponiertes Image wieder zu korrigieren. "Ich habe viele sachliche, gute Briefe bekommen, aber ich warte immer noch auf ein paar entscheidende", sagte Hoeneß, der mit dem designierten DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder ins Gericht ging: "Der MV hat auch keine gute Rolle in der Geschichte gespielt."
Daum, der im Zuge der Drogen-Affäre nach Florida geflüchtet ist, bot Hoeneß seine Hilfe an: "Ich würde Daum helfen, wenn er mich bitten würde. Ich trete auf niemandem drauf, wenn er noch am Boden liegt. Im Gegensatz zu einigen anderen. Das ist auch eine Scheinheiligkeit, die mich nervt."