Afrika-Cup Schäfer auf dem Zenit seines Schaffens
Bamako - Titelverteidiger Kamerun gewann den Afrika-Cup in Bamako, der Hauptstadt Malis, mit einen 3:2-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Senegal. Nach 120 Minuten hatte es noch 0:0 gestanden. Es war der vierte Triumph Kameruns in der Geschichte dieses Wettbewerbs. Am Samstag bereits hatte sich WM-Teilnehmer Nigeria den dritten Platz gegen Gastgeber Mali durch ein Tor von Yakubu Aiyegbeni (28.) mit 1:0 gesichert.
Kamerun, Vorrundengegner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Japan und Südkorea, konnte sich am Sonntag bei Torwart Boukar bedanken, der im Elfmeterschießen zwei Strafstöße parierte. Einen weiteren schoss Diouf vorbei.
Schäfer jubelt - Song verschießt
Winfried Schäfer, der den "Elfmeterkrimi" Arm in Arm mit Ersatzspielern und der gesamten Trainerriege von der Seitenlinie aus beobachtet hatte, riss nach dem größten Triumph seiner Trainerkarriere jubelnd die Arme hoch. Aufatmen durfte am Ende auch Kameruns Kapitän Rigobert Song. Der in der Fußball-Bundesliga beim Tabellenletzten 1. FC Köln unter Vertrag stehende Abwehrspieler hatte seinen Elfmeter verschossen genau so wie sein Teamkollege Pierre Wome. Zum Ende des dreiwöchigen Turniers wurde Song gemeinsam mit den zwei Lauterer Bundesligaprofis Taribo West und Hany Ramzy ins All-Star-Team des Afrika-Cups gewählt.
Im ausverkauften "Stadion des 26. März" tat sich der Favorit aus Kamerun gegen den Überraschungsfinalisten unerwartet schwer. Senegal war ein gleichwertiger Gegner: Nach vier Minuten traf Camara die Latte, in der 17. Minute scheiterte er an Torhüter Boukar. Für die ohne Torjäger Patrick Mboma angetretenen Kameruner vergaben unter anderem Diouf (26.) und Ndiefi (70.). In der 43. Minute wertete der ägyptische Schiedsrichter Al Ghandour ein Tor von Eto'o nicht.
In der Verlängerung hatte das Team Winfried Schäfer zwei Möglichkeiten zum Siegtreffer: In der 97. Minute verfehlte Ndiefi mit einem Kopfball aus etwa sieben Metern das Tor nur knapp. Fünf Minuten später vergab Geremi einen Freistoß.
Wirbel um Schäfer vor dem Finale
Um Schäfer hatte es vor dem Finale Wirbel gegeben: Er war vom afrikanischen Fußball-Verband zunächst für das Endspiel gesperrt worden, nachdem er und Co-Trainer Thomas Nkono am Donnerstag vor dem Halbfinale gegen Mali (3:0) bei der Platzbesichtung mit Sicherheitskräften aneinander geraten waren. Daraufhin wurde Nkono erst mit Schlagstöcken traktiert und dann in Handschellen abgeführt.
Am Samstag hatte der Afrikanische Verband dann entschieden, dem Einspruch Kameruns gegen die Sperre stattzugeben und Schäfer stattdessen nur zu einer Geldstrafe von 2000 Dollar zu verurteilen. Ob es bei der einjährigen Sperre für Nkono bleibt, war bis zum Sonntag unklar.