Ailton-Transfer: DFL will gegen Schalke ermitteln - DER SPIEGEL
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Ailton-Transfer DFL will gegen Schalke ermitteln

Mit Empörung haben die Werder-Funktionäre auf das Abwerben der Bremer Spieler Mladen Krstajic und Ailton zum FC Schalke 04 reagiert. Jetzt hat sich die DFL der Sache angenommen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bremen - "Uns liegt ein Schreiben der DFL vor", bestätigte am Freitag Werder Bremens Sprecher Michael Rudolph, "die Liga will Informationen zum Ablauf, und wir werden sehr auskunftsfreudig sein." Nach den Statuten der DFL muss ein Verein bei Beginn der Vertragsverhandlungen den Club benachrichtigen, bei dem der Spieler noch unter Vertrag steht. Werder-Sportdirektor Klaus Allofs sagte: "Das ist im Falle Ailton definitiv nicht passiert, deswegen fielen auch unsere Reaktionen so heftig aus."

Die DFL will den Sachverhalt prüfen, sobald der derzeitige Tabellenführer der Fußball-Bundesliga wie angekündigt den vermeintlichen Verstoß gegen die Liga-Regularien offiziell beim Ligaverband meldet. Bis Freitagnachmittag war in der DFL-Zentrale in Frankfurt allerdings kein Schreiben aus Bremen eingetroffen und demnach keine Ermittlungen aufgenommen worden. "Ich rechne aber damit, dass Werder sich in den kommenden Tagen noch melden wird. Dann werden wir die Schalker anschreiben, um Licht in die Sache zu bringen", bestätigte DFL-Geschäftsführer Heribert Bruchhagen am Freitag.

Sollte es jedoch zu einem Verfahren kommen, könnte auf Schalke im schlimmsten Fall eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro zukommen, falls die DFL den Königblauen im Zuge der Vertragsverhandlungen mit Ailton und Krstajic "unseriöses Verhalten" gegenüber Werder nachweist. Schalkes Sprecher Gerd Voss reagierte gelassen auf die angekündigten DFL-Ermittlungen: "Wir lassen das auf uns zukommen. Wir haben uns korrekt verhalten."

Auch Schalke-Manager Rudi Assauer hat bislang alle Vorwürfe von Bremer Seite zurückgewiesen und sieht sich nach wie vor im Recht. "Unser Vorgehen war legitim. Die Transfers waren von langer Hand vorbereitet. Es wäre fahrlässig von uns gewesen, sich nicht um diese Spieler zu bemühen", so Assauer. Bremens Sportdirektor Allofs sieht das ganz anders. "Das Verhalten von Assauer war unredlich. Als ehemaliger Spieler und Manager von Werder war seine Beziehung zu uns immer etwas Besonderes. Er weiß Dinge von uns, die andere Kollege nicht wissen, hat uns aber in keiner Weise über seine Verhandlungen informiert", schimpfte Allofs, nachdem bekannt geworden war, dass Ailton (Vertrag bis 2006) und Krstajic (bis 2008) spätestens ab der kommenden Saison für Schalke spielen werden.

Ein Interview des Schalke-Managers mit der Oldenburger "Nord-West-Zeitung" deutet auf einen solchen Verstoß hin. Assauer schildert dort den Hergang: "Die Berater der Spieler waren auf den Markt gegangen, und so bekamen auch wir davon Wind. Da haben wir schnell gehandelt und alles klar gemacht. Wir haben anschließend den Verein, den DFB und die DFL informiert." Assauer sagte weiter: "Ich kann das Nachkarten nicht verstehen. Ich habe ja auch schon Spieler verloren."

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