Alavés - Lautern Debakel am Elfmeterpunkt
Vitoria - Ein Elfmeter-Drama im Baskenland hat den Traum des 1. FC Kaiserslautern vom erstmaligen Einzug in ein Uefa-Pokal-Endspiel zerstört. Beim 1:5 (0:3) im Halbfinal-Hinspiel bei CD Alaves erlebten die indisponierten Pfälzer am Donnerstagabend ein sportliches Waterloo, das ihnen nur noch eine theoretische Chance lässt, doch noch das Finale am 16. Mai in Dortmund zu erreichen.
Den Überblick verloren
Vor 17.000 Zuschauern im Mendirotza-Stadion von Vitoria erzielte Harry Koch (68., Foulelfmeter) das einzige Tor für den FCK, der im Rückspiel am 19. April im Fritz-Walter-Stadion vor einer schier unlösbaren Aufgabe steht. Für den auswärtsstarken baskischen Provinzclub trafen Cosme
Contra mit zwei verwandelten Foulelfmetern (20./33.), Jordi Cruyff (42.), Ivan Alonso (58., Foulelfmeter) und Morceli Magno (82.).
"Waren das vier Elfmeter? Ich habe zwischendurch den Überblick verloren", flüchtete sich Mario Basler anschließend in Sarkasmus. Torhüter Georg Koch vermisste die Einsatzbereitschaft bei seinen Vorderleuten: "Wenn man schon mal die Chance hat, in ein europäisches Finale einzuziehen, dazu auch noch in Deutschland, muss man sich einfach mehr zerreißen." Das Uefa-Cup-Finale findet am 16. Mai im Dortmunder Westfalen-Stadion statt.
Achillesferse Abwehr
In der baskischen Provinzhauptstadt vermissten die "Roten Teufel" schmerzlich einen Regisseur vom Schlage eines Youri Djorkaeff oder Nenad Bjelica. Der Bulgare Marijan Hristov bemühte sich vergeblich, die Fäden des Lauterer Spiels im Mittelfeld in die Hand zu bekommen. Durch umständlichen Spielaufbau und zahlreiche Fehlpässe brachte der FCK die Basken immer wieder ins Spiel. Vier Tage nach der 1:4-Abfuhr
in der Bundesliga gegen Borussia Dortmund war erneut die Abwehr um Libero Mario Basler die Achillesferse im Team von Andreas Brehme, das sich fast widerstandslos seinem Schicksal ergab und zudem seine wenigen Chancen nicht zu nutzen verstand.
Eine Hauptrolle in den ersten 45 Minuten spielte der norwegische Schiedsrichter Rune Pedersen mit zwei höchst fragwürdigen Elfmeter-Entscheidungen. Als der Unparteiische nach einem kaum auszumachenden Schubser von Hani Ramzy an Jordi Cruyff auf den Strafstoßpunkt deutete, reagierten selbst die Gastgeber verblüfft. Contra ließ sich indes die Gelegenheit nicht entgehen und nutzte das Geschenk zum 1:0.
Auch dem zweiten Elfmetertor des Rumänen ging eine nicht
unumstrittene Entscheidung von Pedersen voraus, der zum Entsetzen der tausend mitgereisten FCK-Fans nach einer Attacke von Jeff Strasser an Ivan Tomic an der Strafraumgrenze erneut die Pfeife in den Mund nahm.
Demütigung mit einfachsten Mitteln
Diesen Nackenschlägen zum Trotz erhöhten die Lauterer für kurze Zeit das Tempo und den Druck. Doch statt 2:1 stand es 3:0, als die FCK-Abwehr nach einem Freistoß von Tomic nicht auf Jordi Cruyff achtete, der Georg Koch kurz vor der Pause zum dritten Mal überwand.
Die Demütigung für die Pfälzer war damit noch nicht zu Ende. Als Basler zwölf Minuten nach Wiederanpfiff Cruyff im Strafraum umrempelte, entschied Pedersen zum ersten Mal zu Recht auf Strafstoß. Diesmal ließ Contra dem Uruguayer Alonso den Vortritt, der sich als ebenso nervenstark erwies. Doch auch Kaiserslautern profitierte von dem losen Mundwerk des Unparteiischen. Als auf der Gegenseite Geli Dimitrios Grammozis im 16 m-Raum zu Fall brachte, durften sich auch die
Lauterer über einen Elfmeter freuen, den Koch zum 1:4 nutzte.
Eine bessere Ausgangsposition für das Rückspiel vergab Strasser (78.), der freistehend über das Tor schoss. Vier Minuten später besorgte Magno den endgültigen K.o. für die Truppe von Andreas Brehme. Der Lauterer Coach wirkte wie die meisten seiner Spieler sprachlos nach dem Orkan, den die Basken mit einfachsten Mitteln immer wieder in der Hälfte des Bundesliga-Sechsten entfachten. "An ein Wunder im Rückspiel brauchen wir gar nicht erst zu denken", versuchte sich Brehme nicht in unnützem Trotz. "Das Unmögliche wahr zu machen, wird ein Ding der Unmöglichkeit."
CD Alaves - 1. FC Kaiserslautern 5:1 (3:0)
CD Alaves: Herrera - Contra, Eggen, Tellez, Geli - Desio, Tomic,Pablo (60. Astudillo), Begona - Jordi Cruyff (72. Karmona) - Alonso (78. Magno)
1. FC Kaiserslautern: Georg Koch - Basler - Harry Koch, Ramzy - Pettersson (46. Domingues), Ratinho, Hristow, Grammozis, Strasser - Klose, Lokvenc (69. Marschall)
Schiedsrichter: Pedersen (Norwegen)
Zuschauer: 17.000
Tore: 1:0 Contra (20./Foulelfmeter), 2:0 Contra
(31./Foulelfmeter), 3:0 Jordi Cruyff (40.), 4:0 Alonso
(58./Foulelfmeter), 4:1 Harry Koch (68./Foulelfmeter), 5:1 Magno (82.)
Gelbe Karten: Tellez, Contra / Ratinho, Grammozis, Basler