Albanien: Zahlen für den Einsatz? - DER SPIEGEL
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Albanien Zahlen für den Einsatz?

Das Spiel der albanischen Nationalmannschaft gegen Deutschland wird von einem angeblichen Erpressungsversuch überschattet. Es heißt, Nationalspieler mussten für die Länderspielberufung Bares hinblättern.
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Köln - Erpressungsvorwürfe sorgen vor dem "Spiel des Jahres" in der albanischen Fußball-Nationalmannschaft für Verwirrung: Auswahltrainer Medin Zhega hat allerdings die ungeheuerlichen Anschuldigungen des Aachener Zweitliga-Profis Clirim Bashi heftig dementiert. "An dieser Sache ist gar nichts dran, die Anschuldigungen sind einfach falsch", schimpfte der fließend Deutsch sprechende Chefcoach drei Tage vor dem WM-Qualifikationsspiel seiner Mannschaft gegen den dreimaligen Welt- und Europameister Deutschland am Samstag in Leverkusen.

11.000 Mark für ein Länderspiel?


Abwehrspieler Bashi hatte behauptet, er wurde nur deshalb nicht ins Aufgebot der Skipetaren berufen, weil er sich nicht auf Drohungen eines Mittelmannes eingelassen habe. Der Alemannia-Spieler sollte umgerechnet 11.000 Mark zahlen.

Bashi habe seit Monaten mysteriöse Anrufe von einem Unbekannten auf seinem Handy erhalten, zuletzt vor dem Punktspiel der Alemannia vor knapp zwei Wochen beim Chemnitzer FC. Der Aachener Stammspieler reagierte aber auf diese Drohung nicht, wurde für das Gastspiel der Albaner beim Team von DFB-Teamchef Rudi Völler nicht eingeladen.

Da will sich jemand interessant machen


Der albanische Nationaltrainer glaubt indes, dass die Nichtberücksichtigung bei Bashi Frustration ausgelöst habe. "Da will sich ein Ersatzspieler interessant machen", erklärte Zhega, bei dem der 1999 vom SV Waldhof Mannheim nach Aachen gewechselte Bashi nach eigener Aussage nie Stammspieler war. Zhega hat mit Bashi "in den letzten Monaten nicht einmal gesprochen".

Albaniens Kapitän Rudi Vata vom Bundesliga-Aufsteiger Energie Cottbus zeigte sich von den Vorwürfen Bashis überrascht und erklärte im Kölner "Express": "Ich habe davon noch nichts gehört." Und dass Zhega in kriminelle Machenschaften verwickelt sein könnte, hält der 31-jährige Vata für absurd: "Der Nationaltrainer hat so viel Geld, der hat das nicht nötig."

Politiker mischen sich ein


Derweil scheint die Affäre sogar zu einem Politikum zu werden. Denn vor dem Duell gegen Deutschland soll es im albanischen Mannschaftsquartier in Köln angeblich ein Gespräch zwischen Zhega, Bashi und dem albanischen Innen- bzw. Außenminister geben, die am Freitag nach Deutschland fliegen sollen. Dabei soll der Aachener Profi die skandalösen Vorwürfe belegen. Der Nationalcoach weigert sich indes, an diesem Meeting teilzunehmen: "Mit so einem setze ich mich nicht an einen Tisch." Bashi will sich bis zur Klärung in dieser Angelegenheit nicht äußern."

Von Joachim Neußer, sid