Alemannia-Coach Berger "Ich wusste nicht, ob ich noch einmal zurückkomme"
Aachen - "Sieben Tage lang hatte ich Angst, und fragte mich: In welchem Stadium ist der Krebs?", sagte Berger, "ich ging aus dem Haus, und wusste nicht, wann ich wiederkomme und ob ich überhaupt noch einmal zurückkomme. Eine ähnliche Angst verspürte ich bisher nur 1979 bei meiner Flucht aus der DDR, als ich mit einem falschen Pass auf den Namen Gerd Penzel über Jugoslawien nach Deutschland kam."
Doch jetzt fühlt sich der Trainer völlig gesund. "Weihnachten feiere ich zu Hause mit der Familie, und im Januar stehe ich bei Alemannia Aachen wieder auf dem Trainingsgsplatz", sagte der 58-Jährige nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, "ich habe Riesenglück gehabt. Bei der sechsstündigen Operation sind 30 Zentimeter Darm entfernt worden, und es gibt im Körper keine weitere Streuung."
Berger wird noch in dieser Woche eine Reha-Maßnahme an einem geheim gehaltenen Ort beginnen. Einer Chemotherapie wird er sich aber nicht unterziehen müssen. Knapp vier Wochen der Ungewissheit haben dem gebürtigen Sachsen eine neue Lebenseinstellung vermittelt: "Heute sehe ich viele Dinge anders, die man vorher als Selbstverständlichkeit angesehen hat." Sein Heilungsprozess hänge von der Psyche ab, so der Coach, "ich sage jedem, ich bin wieder gesund."