DFB-Torhüterin Schult erwartet Nachwuchs Mutter Almuth
Deutschlands Nummer eins Almuth Schult mit einer Glanzparade im WM-Duell gegen Spanien
Foto: REUTERS/Yves HermanDas deutsche Nationalteam muss auch künftig auf seine Nummer eins verzichten: Torhüterin Almuth Schult ist schwanger und wird daher vorerst nicht auf den Fußballplatz zurückkehren. Die 28-Jährige vom VfL Wolfsburg wird im kommenden Jahr Mutter. Das gab ihr Verein bekannt.
"Wir freuen uns alle sehr mit Almuth und ihrem Mann - und schon jetzt wünschen wir den beiden alles Gute für den neuen, spannenden Lebensabschnitt", wird der Sportliche Leiter der VfL-Frauen, Ralf Kellermann, in einer Vereinsmitteilung zitiert.
Schult bestritt ihr letztes Pflichtspiel am 29. Juni beim WM-Aus des Nationalteams im Viertelfinale gegen Schweden. Wegen einer Schulteroperation konnte sie danach nicht wieder spielen. Im DFB-Tor wurde Schult zuletzt von der Freiburgerin Merle Frohms, 24 Jahre, ersetzt, die Anfang November beim Zuschauerrekord-Länderspiel gegen England im Wembley eine starke Leistung zeigte. Beim VfL ersetzt die Schwedin Hedvig Lindahl Schult, die damit auch die wichtigen Duelle in der Champions League (nächster Gegner: Glasgow City im Viertelfinale) verpasst. Wolfsburg gilt als einer der Titelkandidaten in der Königsklasse.
Auch neben dem Platz wichtig
Nach ihrer Pause möchte Schult ihre Karriere fortsetzen, wann das ist, steht noch nicht fest. "Mein Plan ist es, auf den Platz zurückzukehren", sagte Schult. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg wird in einer DFB-Mitteilung zitiert: "Selbstverständlich bekommt Almuth jede Unterstützung von uns, die sie braucht, wenn sie nach der Geburt ihre sportliche Laufbahn fortsetzt."
Für Voss-Tecklenburg ist Schult eine wichtige Kraft in einem noch sehr jungen Kader, der sich nach der enttäuschenden WM in einer Entwicklungsphase befindet. Im Jahr 2020 wartet auf das DFB-Team mit dem Algarve Cup im Frühjahr aber nur ein echter Härtetest. Für die Olympischen Sommerspiele in Tokio ist das Team nicht qualifiziert; die EM-Qualifikation für die Endrunde 2021 in England hat sich in bisher vier Spielen (vier Siege, 31:0 Tore) nicht als hohe Hürde erwiesen.
Schult ist neben ihrer sportlichen Qualität auch das Sprachrohr der deutschen Fußballerinnen. In der Vergangenheit hatte sie sich immer wieder für die Entwicklung ihrer Sportart eingesetzt. Zuletzt kritisierte sie Schalke 04 und Borussia Dortmund für ihre Nichtexistenz im Fußball der Frauen. "Ich glaube, wenn Dortmund mal ein Probetraining anbieten würde, um ein Frauenteam zu gründen, würden sich innerhalb weniger Wochen Hunderte melden", sagte Schult der "Süddeutschen Zeitung ". Vor der WM hatte sie beklagt, der DFB würde zu wenig für die Förderung von Fußballerinnen unternehmen.
Schults Vertrag in Wolfsburg läuft noch bis 2022. Sie gewann mit dem VfL 2014 die Champions League, viermal die Deutsche Meisterschaft und fünfmal den DFB-Pokal. Insgesamt kam Schult für Wolfsburg in 178 Pflichtspielen zum Einsatz.