Sperren nach Relegationsskandal Hertha-Profis legen Einspruch ein
Hertha-Torwart Kraft: DFB-Strafmaß nicht akzeptiert
Foto: Roland Weihrauch/ dpaHamburg - Die vier angeklagten Spieler des sportlichen Bundesliga-Absteigers Hertha BSC haben Einspruch gegen die Strafanträge des DFB-Kontrollausschusses eingelegt. Damit werden die Anträge nun dem Einzelrichter des Schiedsgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgelegt. Dieser will spätestens Anfang kommender Woche über das Strafmaß der Profis wegen der Tumulte beim Relegations-Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf (2:2) entscheiden.
Am härtesten könnte es Lewan Kobiaschwili treffen. Das Gremium beantragte gegen den Georgier wegen einer Tätlichkeit an Referee Wolfgang Stark eine Rekordsperre von einem Jahr. "Lewan Kobiaschwili schwört Stein und Bein, dass er nicht geschlagen hat", sagte Herthas Präsident Werner Gegenbauer. Der Vorwurf gegen Kobiaschwili wiegt schwer: Der Defensivspieler soll Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels tätlich angegriffen haben.
"Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen", hatte Stark bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht gesagt. Der Unparteiische hat noch in der Kabine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Starks Version können seine Schiedsrichterassistenten bestätigen. Wie Kobiaschwili mit Hilfe der Hertha-Verantwortlichen seine Unschuld beweisen will, ist noch unklar. Allerdings droht ihm, auch wenn nur ein Schubsen nachgewiesen wird, schon eine beträchtliche Sperre.
Lambertz akzeptiert Zwei-Spiele-Sperre
Zudem will der Kontrollausschuss Christian Lell für sechs Partien aus dem Verkehr ziehen, Torhüter Thomas Kraft (fünf Spiele) und Kapitän André Mijatovic (vier Partien) drohen ebenfalls lange Sperren. Lell soll seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. Ebenfalls wegen Schiedsrichterbeleidigung nach Spielende angeklagt sind Kraft und Mijatovic. Kobiaschwili, Kraft und Mijatovic werden von Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt vertreten. Lell will sich mit einem persönlichen Rechtsbeistand gegen den Antrag zur Wehr setzen.
Andreas Lambertz hingegen hat seine Strafe akzeptiert, das Urteil ist damit rechtskräftig. Der DFB-Kontrollausschuss hatte am Mittwoch eine Zwei-Spiele-Sperre für Düsseldorfs Kapitän gefordert. Der Mittelfeldspieler hatte nach der Partie auf dem Rasen ein bengalisches Feuer in der Hand gehalten. Neben der Sperre muss der 27-Jährige auch eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro zahlen.
"Auch wenn ich die Fackel nur wenige Sekunden in der Hand gehalten habe und anschließend auf dem Boden abgelegt habe, bitte ich mein Verhalten zu entschuldigen. Ich versichere, dass dies ein einmaliger Vorgang bleiben wird", sagte Lambertz.