Assauer vergibt Wontorra "Es war ein Blackout"
Gelsenkirchen - "Er hat mich zweimal persönlich angerufen, Sonntagabend und Montagvormittag, und mir gesagt, dass es ihm furchtbar Leid tut. Es war ein Blackout. Ich habe die Entschuldigung mit dem Hinweis angenommen, dass er das in der nächsten Sendung gerade rückt. Hätte ich seine Entschuldigung nicht angenommen, hätte es seinen Kopf gekostet", erklärte Assauer.
Wontorra, Gastgeber der Fußball-Talkrunde "Doppelpass" im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF), hatte im Zusammenhang mit der Wutrede des Managers nach der 0:1-Auftaktniederlage in der Champions League beim PSV Eindhoven am Dienstag gesagt: "Die 'Bild' würde da sehr doppeldeutig titeln: 'Assauer voll dabei'. Das ist vielleicht auch noch ein ganz kleines Problem, das man besprechen sollte." Wenig später ließ Wontorra in der Expertenrunde noch die Frage folgen: "Inwieweit sollte ein Manager aufpassen, dass sein Grundnahrungsmittel nicht den ganzen Tag flüssig ist?"
Das DSF hatte sich von Wontorras Aussagen distanziert und Konsequenzen angekündigt. Heute stärkten der Schalker Vorstand und Aufsichtsrat Assauer den Rücken. "Es gibt kein Problem mit Herrn Assauer. Das ist von Herrn Wontorra so artikuliert worden. Das ist eine Riesensauerei", erklärte Finanzvorstand Josef Schnusenberg. Und Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies bestätigte in einem Gespräch mit Assauer, "dass der Vorstand in der jetzigen Zusammensetzung und mit meiner Person steht. Er braucht mir keine Hilfe anzubieten, da der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat hinter mir stehen. Das ist Hilfe genug", sagte der 61 Jahre alte Manager des Bundesligaclubs, der auch in Werbespots für die Bierbrauerei Veltins auftritt.
Klares Bekenntnis für Trainer Rangnick
Die Schalker haben allerdings noch andere Sorgen, und die betreffen den mäßigen Saisonstart. Schon nach fünf Spielen haben die "Königsblauen" sechs Punkte Rückstand auf Meister und Tabellenführer Bayern München. Assauer hatte bereits nach dem Spiel in Eindhoven Trainer Ralf Rangnick stark kritisiert, von mangelnder Rückendeckung für den Coach will der Manager aber nun nichts mehr wissen. "Es gibt absolut keine Trainerdiskussion, mehr Rückhalt geht nicht, Ralf Rangnick wackelt nicht. Ich schmeiße doch nach so einer Zeit nicht den Trainer raus", stellte Assauer nach dem 0:0 gegen Hertha BSC Berlin am Sonntag klar. Auch Schnusenberg betonte, dass es im Vereinsvorstand keine Mehrheit für eine Trainerentlassung gebe.