Australiens Coup: Erfolgsgarantie Hiddink - DER SPIEGEL
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Australiens Coup Erfolgsgarantie Hiddink

Für die Australier hatten sich schon all ihre Träume erfüllt, als sie sich für die WM qualifizierten. Ihr Trainer hatte höhere Ziele im Sinn. Der Holländer Guus Hiddink holte auch aus dieser Mannschaft das Optimum heraus und führte die "Socceroos" ins Achtelfinale.
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Hamburg - Zugegeben, auch Guus Hiddink braucht ab und zu ein wenig Glück. Das hatte er, als seine Australier Mitte November vergangenen Jahres im Rückspiel der WM-Playoffs gegen Uruguay das Elfmeterschießen gewannen und sich damit für die Weltmeisterschaft in Deutschland qualifizierten. Viel mehr als diesen Erfolg trauten die Experten den "Socceroos" auch nicht zu, vor 32 Jahren schieden sie bei ihrer einzigen WM-Teilnahme in Deutschland ohne Sieg in der Vorrunde aus.

In dem halben Jahr zwischen Qualifikation und Endrunde hat Hiddink aber wieder ganze Arbeit geleistet. Kaum ein anderes Team hat - gemessen am Potenzial - bei dieser WM bislang so überzeugt wie die Australier. Sie drehten ein fast verloren geglaubtes Spiel gegen Japan noch in der Schlussphase mit drei Treffern, leisteten den Brasilianern viel Widerstand und begeisterten beim Unentschieden in der entscheidenden Partie um den Achtelfinaleinzug gegen Kroatien.

Selbst ein Fehlgriff von Hiddink vor dieser Partie konnte die Australier nicht von ihrem Kurs abbringen. Der Niederländer verzichtete nach einigen Unsicherheiten auf Torhüter Mark Schwarzer und stellte stattdessen Zeljko Kalac auf. Der Zwei-Meter-Riese strahlte aber kaum Sicherheit aus und leistete sich dazu einen schweren Patzer, der zum 1:2 führte.

Doch wie sagte Hiddink schon nach dem Erfolg gegen Japan: "Wenn man keinen Plan hat, muss man Glück haben. Aber ich hatte den Plan, das Glück zu erzwingen." Sein Plan - und wenn es wieder nur der war, das Glück zu erzwingen - ging auch gegen Kroatien noch auf.

Dabei war der Posten als australischer Nationaltrainer für Hiddink nur ein Nebenjob. Eigentlich trainierte er den PSV Eindhoven und führte den Club im vergangenen Jahr fast ins Finale der Champions League und zum Meistertitel in der holländischen Ehrendivision. Mit den Kleinen die Großen ärgern, das ist Hiddinks Spezialität. Schon vor vier Jahren verblüffte er die Fußballwelt mit dem vierten Platz der von ihm trainierten Südkoreaner.

Überragende Fitness wurde bei den WM-Gastgebern damals diagnostiziert, auch die Australier präsentieren sich in hervorragender körperlicher Verfassung. Das ist beileibe aber nicht alles. Hiddink hat ihnen auch Mannschaftsgeist und Spielverständnis eingeimpft, das Team steckt auch nach Rückstanden nicht auf und kann viel mehr als nur Kick and Rush.

Nun treffen die Australier im Achtelfinale auf Italien. Das Team von Trainer Marcello Lippi wird bis zur letzten Minute konzentriert zu Werke gehen müssen, wenn sie die "Socceroos" bezwingen wollen. Den Australiern ist eine weitere Überraschung durchaus zuzutrauen.

Wie immer die WM ausgeht, Australiens und Eindhovens Fußballer müssen demnächst ohne Hiddink auskommen. Der Niederländer trainiert dann die russische Nationalmannschaft. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sollten die Russen in den nächsten Jahren keine gute Rolle bei den großen Turnieren spielen.

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