Ballack pessimistisch: DFB-Team spielt nicht um Titel mit - DER SPIEGEL
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Ballack pessimistisch DFB-Team spielt nicht um Titel mit

Vor den beiden kommenden Großereignissen, der EM diesen Sommer in Portugal und der WM 2006 im eigenen Land, ist Michael Ballack skeptisch, dass das deutsche Nationalteam schon stark genug ist, den Titel zu gewinnen. Sorgen bereitet dem besten deutschen Fußballer besonders der hohe Erwartungsdruck vor der Weltmeisterschaft.
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München - "Wir wollen natürlich eine gute Rolle bei der EM und WM spielen, nach Möglichkeit den Titel gewinnen. Aber ich sehe die Mannschaft einfach noch nicht so weit", sagte Ballack in einem Interview der "Welt am Sonntag" zu den Chancen der DFB-Elf bei den kommenden Großereignissen. "Im Moment ist sie noch nicht reif genug, um zu sagen: Wir gehen jetzt raus und wollen Weltmeister oder Europameister werden", erklärte der Nationalspieler des FC Bayern München. Um diesen Anspruch zu haben, müsse die Mannschaft als Team noch wachsen und alle Leistungsträger an Bord sein. Im Moment gehöre sie nicht zur Weltspitze. "Das muss man realistisch sehen, da brauchen wir uns auch nichts in die Tasche zu lügen", so Ballack.

Zu viele verletzte Spieler


Dass die deutsche Mannschaft, in der Fifa-Weltrangliste nur auf Rang zwölf platziert, zweitklassig ist, bestreitet der 27-Jährige allerdings: "Das stimmt auch nicht. Das haben wir bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea bewiesen. Nur sind wir nicht in der Lage, verletzte Leistungsträger wir Frings, Hamann, Deisler, Metzelder, Nowotny oder Ziege gleichwertig zu ersetzen. Im Moment haben wir einfach Schwierigkeiten, wenn wir auf Gegner wie Frankreich, Holland oder Italien treffen. Wenn wir so eine Mannschaft wie Frankreich schlagen würden, das würde enorm viel Selbstvertrauen geben."

Ballack forderte, die Verantwortung in der Mannschaft zu verteilen. "Wissen Sie, welch ungeheurer Druck auf uns lasten wird, wenn wir in zwei Jahren die WM im eigenen Land spielen? Das haben einige noch gar nicht realisiert, was da auf uns zukommt." Viele junge Spieler müssten seiner Ansicht nach in den Vereinen "durch ein Stahlbad gehen", um für eine WM im eigenen Land gefestigt zu sein. Auch müssten die erfahrenen Spieler die jungen Akteure wie Kevin Kuranyi oder Andreas Hinkel führen, damit diese sich weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen können. "Denn künftig darf nicht alles auf den Schultern von zwei, drei Spielern lasten", sagte Ballack.