Barcelona - Real Madrid Halbfinale der Angst
Madrid - Vor dem Hinspiel am Dienstag (20.45 Uhr) im Stadion Nou Camp von Barcelona kribbelt es sogar einem Fußball-Rentner wie Johan Cruyff in den Beinen. "Als Profi behält man nur ganz wenige Spiele in Erinnerung. Dieses Halbfinale wird dazu gehören. Die Spieler werden es nie vergessen", sagt der fast 55-jährige Ex-Weltstar. "Ich hätte Lust, dabei zu sein."
Die Spannung vor dem Klassiker wird dadurch erhöht, dass beide Team unbedingt gewinnen müssen. Barcelona bliebe im Falle eines Ausscheidens in dieser Saison ohne Titel und liefe als Fünfter der spanischen Liga große Gefahr, in der kommenden Spielzeit die Champions League als Zuschauer verfolgen zu müssen. In diesem "Halbfinale der Angst", wie die Zeitung "El Mundo" schreibt, lastet der Erfolgszwang noch stärker auf Real Madrid. Für die Hauptstädter wäre es ein Trauma, wenn sie sich im Rückspiel am 1. Mai im heimischen Bernabeu-Stadion ausgerechnet zum 100-jährigen Vereinsbestehen dem alten Rivalen geschlagen geben müssten.
Dem Fluch ein Ende setzen
Real Madrid konnte seit 19 Jahren kein Punktspiel in Barcelona gewinnen. "Jetzt wäre ein guter Moment, diesem Fluch ein Ende zu setzen", sagt Trainer Vicente del Bosque. Die Katalanen müssen gegen Real auf ihren erneut verletzten Superstar Rivaldo verzichten, von dessen Geniestreichen das Team so häufig zehrte.
Auch Real muss ohne seine Nummer 10 auskommen. Der Portugiese Luis Figo handelte sich im Viertelfinal-Rückspiel gegen Bayern die zweite Gelbe Karte ein. In Spanien wird spekuliert, Figo habe dies mit Absicht getan, damit er sich an seiner alten Wirkungsstätte in Barcelona nicht wieder als "Verräter" beschimpfen lassen muss.