Basler "Pfiffe tun mir weh"
Kaiserslautern - Der ehemalige Nationalspieler ist der erste Verlierer der Siegesserie unter dem neuen Teamchef Andreas Brehme. Mit einer desolaten Leistung beim 3:2 gegen Schalke 04 verspielte Basler am vergangenen Samstag auch die Sympathien beim FCK-Anhang, den der Exzentriker nach seiner Auswechslung mit provozierenden Gesten weiter gegen sich aufbrachte.
Für sein vereinsschädigendes Benehmen bekam das "Enfant Terrible" am Montag 15.000 Mark Geldstrafe aufgebrummt. Danach gab sich der einstige "Lieblingsschüler" von Brehmes Vorgänger Otto Rehhagel ungewohnt kleinlaut. "Ich möchte mich für mein unkorrektes Verhalten gegenüber den Zuschauern entschuldigen und hoffe, dass sie meine Entschuldigung annehmen", sagte Basler der Tageszeitung "Rheinpfalz".
Die anhaltende Kritik auch aus den eigenen Reihen hat "Super- Mario", der in der laufenden Saison noch nicht überzeugen konnte, offenbar hart getroffen: "Mein Wunsch war es immer, im Fritz-Walter-Stadion für den FCK zu spielen. Daher tun mir diese Pfiffe besonders weh. Von den eigenen Fans das zu hören, geht einem doch unter die Haut."
Offenbar aber ist die Geduld der heimischen Zuschauer mit dem einstigen Publikumsliebling zu Ende. Die pomadige Vorstellung des verhinderten Spielmachers, der allerdings angeschlagen in die Partie gegen Schalke gegangen war, sorgte frühzeitig für Pfiffe und "Basler raus"-Rufe. Bezeichnenderweise bogen die "Roten Teufel" das schon verloren geglaubte Spiel nach seiner überfälligen Auswechslung beim Spielstand von 0:2 durch das Siegtor des für Basler gekommenen Olaf Marschall noch um.
Entscheidend dafür aber war die Zurücknahme von Europameister Youri Djorkaeff auf die zentrale Mittelfeldposition, von wo aus er glänzend Regie führte und für den Umschwung sorgte. Auch wenn der Franzose danach zurückhaltend blieb, fühlen sich Beobachter bestätigt, dass Djorkaeff als Stürmer "verschenkt" und in der Rolle des Regisseurs viel wertvoller als der schwache Basler ist.
Trotz der deutlichen Abwärtstendenz in Baslers Formkurve will Brehme auch nichts davon wissen, dass der 31-Jährige seine erfolgreichste Zeit längst hinter sich hat. "Mario ist im besten Fußball-Alter. Er weis, dass er an sich arbeiten muss. Aber sonst kann ich nichts Negatives über ihn sagen."
Damit steht Brehme derzeit allerdings relativ alleine. Schon unter Rehhagel monierten die verärgerten Mitspieler Baslers Sonderbehandlung durch dessen Ziehvater, der ihm angeblich Trainingsfaulheit und Verspätungen durchgehen ließ.