Bayer-Sparprogramm: Weltmeister Lucio steht zum Verkauf - DER SPIEGEL
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Bayer-Sparprogramm Weltmeister Lucio steht zum Verkauf

Auf Grund seiner desolaten Saisonleistung ohne Qualifikation fürs internationale Geschäft ist Bayer Leverkusen zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen. Den Spielern drohen kräftige Gehaltseinbußen. Zudem muss sich der Fast-Absteiger vermutlich von einigen Topstars trennen.
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Leverkusen - "Wir werden insbesondere auf Grund fehlender Champions-League-Einnahmen 25 bis 30 Millionen Euro im Etat einsparen. Das wird umgesetzt", betonte Geschäftsführer Reiner Calmund gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", "im Wesentlichen sind diese Einsparungen nur im Spielerbereich möglich. Das heißt, es wird an die Gehälter gehen, und es werden Transfers vorgenommen. Die Suppe haben wir uns eingebrockt, jetzt müssen wir sie auslöffeln. Und insbesondere die Spieler mit den ganz großen Löffeln werden mit am Tisch sitzen. Die haben da fleißig mitzulöffeln."

Um den finanziellen Spielraum zu erweitern, schließt der Bayer-Macher auch den Verkauf des brasilianischen Weltmeisters Lucio nicht aus: "Einerseits müssen wir versuchen, ihn unter allen Umständen zu halten. Auf der anderen Seite ist es das Los von Bayer Leverkusen, trotz einer sicheren finanziellen Basis bei Megaangeboten nicht sofort nein sagen zu können." Nachdem der 25-jährige Brasilianer gerade erst seinen Vertrag bis 2007 verlängert hat, könnte Bayer aus einem Transfer rund 15 Millionen Euro erlösen. Real Madrid gilt als erste Adresse für Lucio.

Als weitere Abgänge sind unter anderem Bernd Schneider, Yildiray Bastürk und Oliver Neuville im Gespräch. Keine Zukunft bei Bayer dürften Diego Placente, Pascal Ojigwe und Thomas Brdaric haben. Dies gilt auch für den teuersten Einkauf, Franca. Dem 8,5 Millionen-Euro-Stürmer gelang nur ein Bundesliga-Tor. Er wird womöglich in seine Heimat zurück transferiert. "In Brasilien nehmen ihn alle mit Kusshand. Vielleicht tauschen wir ihn gegen einen anderen Spieler aus", so Calmund. Fraglich ist auch, ob Francas Landsmann Cris weiter ausgeliehen wird.

Als Neuzugang steht Defensivspieler Ingo Hertzsch (HSV) fest. Zurückkehren wird der an den VfL Wolfsburg ausgeliehene Robson Ponte. Zudem soll in dieser Woche mit Nürnberg über eine Verpflichtung von Spielmacher David Jarolim verhandelt werden. Erst 2004 kommt Jermaine Jones vom Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Calmund: "Wir wollen keine weitere Verjüngung, sondern eine Mannschaft mit Mentalität aufbauen."

Bayers Geschäftsführer kündigte zum wiederholten Mal an, sich aus der vordersten Linie bei Bayer zurückzuziehen. "Ich werde auch in Zukunft die Gesamtverantwortung für den Verein behalten, aber an der vordersten Front werde ich nicht mehr so oft auftauchen. Das Feld ist mit Ilja Kaenzig in Management, Organisation und Verwaltung, mit Trainer Klaus Augenthaler, der mit seiner Knorrigkeit, Ruhe und seinem Fachwissen noch besser ist, als wir gedacht haben, sowie mit Jürgen Kohler als Sportdirektor, der in seine Rolle noch weiter hineinwachsen wird, gut bestellt", erklärte Calmund.

"Diese Saison hat mir in aller Brutalität gezeigt, dass man sich für Erfolge aus der Vorsaison absolut gar nichts kaufen kann. Wenn man dazu noch Fehler macht, und ich schließe uns alle ein, kann man jederzeit in größte Gefahr kommen", bilanzierte Calmund die Saison, in der sich Leverkusen von zwei Trainern trennte und fast aus der Bundesliga abstieg. Vor Jahresfrist hatte Bayer noch drei Vizetitel (Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal) gefeiert.

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