Bayern - Bochum 3-2: Retter Effenberg - DER SPIEGEL
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Bayern - Bochum 3-2 Retter Effenberg

Mit seinem Tor in der vorletzten Spielminute sicherte Kapitän Stefan Effenberg Bayern München drei glückliche Punkte gegen Abstiegskandidat Bochum. Danach konnte dann endlich wieder über Ottmar Hitzfeld geredet werden.
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München - Den energischsten Auftritt nach einem durchwachsenen Fußball-Nachmittag hatte wieder einmal Uli Hoeneß. Gewohnt kampfeslustig versuchte der Manager von Bayern München nach dem glücklichen 3:2 (1:1) des deutschen Meisters gegen den VfL Bochum die Diskussion um eine vorzeitige Freigabe für Trainer Ottmar Hitzfeld abzuwürgen - und redete sich in Rage.

"Ich habe das Gefühl, dass einige nicht richtig lesen können. Da gibt es keinen Ansatz. Wenn es nach uns geht, wollen wir den Vertrag mit Ottmar Hitzfeld verlängern. Ich glaube, dass er bis 2004 Trainer beim FC Bayern ist, danach hätte er immer noch zwei Jahre Zeit, um Deutschland auf die WM 2006 vorzubereiten", schimpfte Hoeneß. Dabei hatte er die erneute Debatte um Hitzfeld als möglichen Nachfolger von Teamchef Rudi Völler nach der WM 2002 selbst in Gang gebracht. Der 49-Jährige hatte erklärt, man müsste sich offen mit der Situation auseinandersetzen, "wenn der Trainer zu uns käme und um eine vorzeitige Vertragsauflösung bitten würde".

Doch von einem vorzeitigen Vertragsende vor dem 30. Juni 2003 war am Samstag keine Rede mehr. "Ich glaube, dass Uli falsch zitiert worden ist. Ich kann mir vorstellen, dass Ottmar Hitzfeld nach 2003 noch Trainer beim FC Bayern sein wird", meinte Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge. Auch Hitzfeld teilte brav mit, den FC Bayern nicht vor 2003 verlassen zu wollen.

Der lahme Auftritt der Münchner mit glücklichem Ende geriet dabei fast zur Nebensache, machte Hoeneß jedoch Mut für die Zukunft: "Das ist der einzige positive Aspekt, dass wir so ein Spiel, wo wir am Wackeln waren, auch einmal gewonnen haben. Das lässt mich für die Rückrunde hoffen." Auch Nationalkeeper Oliver Kahn fand Gefallen an dem knappen Ergebnis: "Das war genau richtig. Jetzt sind wir wach und wissen, was los ist."

Doch "gewisse Schwächen" der Müchner, die weiter einen Punkt Rückstand auf Tabellenführer Schalke 04 aufweisen, waren auch Kahn und Hoeneß nicht entgangen. Vor allem die Abwehr um den erneut unsicheren und langsamen Ciriaco Sforza sowie den ebenfalls indisponierten Patrik Andersson und Thomas Linke entpuppte sich einmal mehr als Problemzone des deutschen Rekordmeisters.

"In der Abwehr sind Dinge passiert, die einen nachdenklich stimmen. Das muss man abstellen", kritisierte Rummenigge. Kein Wunder, dass die Bayern für die neue Saison weiter händeringend nach neuen Defensivkräften suchen. Bisher allerdings ohne Erfolg, wie Rummenigge genervt eingestehen musste: "Der Markt ist dicht, wir können nicht nach Oberammergau fahren und uns einen Abwehrspieler schnitzen."

An der Abwehr, die vor allem beim 1:1 durch Yldiray Bastürk (41.) im Tiefschlaf war, wollte Matchwinner Stefan Effenberg den holprigen Beginn der Bayern jedoch nicht alleine festmachen: "Es liegt mir fern, einen Mannschaftsteil herauszunehmen. Wir müssen uns alle steigern, müssen noch druckvoller und mit mehr Risiko spielen. Sonst kriegen wir Probleme."

Der Kapitän hatte den Tabellenzweiten in der 21. Minute mit einem abgefälschten Schuss in Führung gebracht und in der 89. Minute für die Entscheidung gesorgt. Dazwischen lagen das 2:1 von Giovane Elber (53.) und der zweimalige Ausgleich durch Bastürk (41./59.). Für Hitzfeld ein Zeichen "gewisser Verunsicherung". Dies sei aber mehr eine Frage des Kopfes, nicht der Qualität: "Wir haben sehr gute Abwehrspieler."

Die würde sich auch Bochums Trainer Ralf Zumdick wünschen. Dem war vor allem der entscheidende Treffer von Effenberg sauer aufgestoßen: "Das ärgert mich maßlos, dass wir so einen Fehler machen. Das hat uns um den Lohn unserer Arbeit gebracht. Wir haben den Punkt fahrlässig abgegeben."

Wenigstens konnte Bastürk ("Es ist zum Verrücktwerden") der Pleite eine positive Seite abgewinnen: "Wir waren teilweise sogar besser als die Bayern. Es hilft nicht, der Niederlage hinterher zu weinen. Wenn wir in den kommenden Wochen die gleiche Moral zeigen, werden wir auch unsere Spiele gewinnen."

Von Thomas Niklaus und Christian Pfennig, sid

Bayern München - VfL Bochum 3:2 (1:1)
1:0 Effenberg (21.)
1:1 Bastürk (41.)
2:1 Elber (53.)
2:2 Bastürk (59.)
3:2 Effenberg (89.)
Bayern München: Kahn - Andersson, Sforza (73. Hargreaves), Linke - Salihamidzic, Jeremies, Effenberg, Lizarazu (70. Tarnat) - Scholl, Elber, Zickler (70. Sergio).
Bochum: Van Duijnhoven - Stickroth - Fahrenhorst, Milinovic, Dickhaut (55. Sundermann) - Colding, Freier, Mandreko - Bastürk, Christiansen (46. Drincic) - Maric (80. Rietpietsch).
Schiedsrichter: Steinborn (Sinzig)
Zuschauer: 32.000
Gelbe Karte: - Mandreko (4)

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