Bayern-Gala gegen Hoffenheim: Form und Formation - DER SPIEGEL
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Bayern-Gala gegen Hoffenheim Form und Formation

Der Sieg gegen 1899 Hoffenheim ist für den FC Bayern bittersüß. Das überragende Spiel von Arjen Robben und Franck Ribéry zeigte den Fans, was in dieser Saison möglich gewesen wäre. Gleichzeitig ließ die Partie aber auch hoffen - auf das, was für den Club noch drin ist.
Doppeltorschütze Robben(l.), Vorlagengeber Ribéry: "Wir sind eine super Mannschaft"
Doppeltorschütze Robben(l.), Vorlagengeber Ribéry: "Wir sind eine super Mannschaft"

Doppeltorschütze Robben(l.), Vorlagengeber Ribéry: "Wir sind eine super Mannschaft"

Foto: Tobias Hase/ dpa
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FC Bayern

Alle hatten sich lieb. Sie herzten sich, umarmten sich, als ob es den ganzen Zwist der vergangenen Wochen nicht gegeben hätte. Die Spieler und Betreuer des wirkten nach dem 4:0 gegen Hoffenheim so entspannt wie lange nicht. "Wir wollten zeigen, dass wir eine super Mannschaft sind. Letzte Woche in Köln war nicht so gut, das wollten wir korrigieren", sagte der überragende Arjen Robben.

In der Tat war bei den Bayern zu beobachten, dass kaum etwas bei einer Fußballmannschaft so für eine gute Atmosphäre sorgen kann wie ein Sieg, am besten ein glanzvoller. Das gilt in der Kreisklasse ebenso wie in der Bundesliga. Nach dem peinlichen 2:3 in Köln, als die Münchner eine Zwei-Tore-Führung noch verspielten, war die Stimmung schlecht. Vier Tore gegen Hoffenheim, und sie war wieder gut. Der bayerische Stimmungswandel in Zahlen und Namen:

  • 1:0: Franck Ribéry auf Thomas Müller, der weiter zu Robben, der zu Mario Gomez - Tor.
  • 2:0: Ribéry auf Müller - Tor.
  • 3:0: Balleroberung von Philipp Lahm, Solo Robben - Traumtor.
  • 4:0: Seitenwechsel von Ribéry zu Robben, Schlenzer in den Winkel - wieder Traumtor.

In der Bilanz: Robben zwei Tore, eine Vorlage. Ribéry zwei Vorlagen. Gomez und Müller je ein Tor. "Wir haben dieses Spiel 90 Minuten sehr gut gespielt. Da kann man sehen, wie wir spielen können", sagte Trainer Louis van Gaal. Das entscheidende Wort ist "können". Unterschwellig bot die Partie auch Anlass für Fragen, die so gar nicht zum souveränen Auftritt passen wollten - etwa den Klassiker: Was wäre, wenn?

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Foto: Andreas Gebert/ dpa

Wer sich dieser Frage widmet, landet beim 11. Juli. An diesem Tag verlor Robben das WM-Finale mit den Niederlanden gegen Spanien. Es war seine letzte Partie für längere Zeit. Nach dem Turnier wurde bei dem 27-Jährigen ein fünf Zentimeter großer Riss in der Oberschenkelmuskulatur festgestellt. Er fiel bis zur Winterpause aus, weswegen es zwischen den Bayern und dem niederländischen Verband Streit gab. Robben fehlte, und Bayern spielte eine äußerst durchschnittliche Hinrunde. Nach 17 Spieltagen lag der Rekordmeister auf Platz fünf, 14 Punkte hinter Tabellenführer Dortmund.

Robben

Ribéry

Dann kam Robben zurück. Und nun spielte er zum ersten Mal in dieser Saison und erst zum 25. Mal bei einem Bayern-Pflichtspiel zusammen mit Ribéry. Zuletzt hatten die beiden beim Sieg im Pokalfinale gegen Werder Bremen (4:0) am 15. Mai 2010 gemeinsam auf dem Platz gestanden. "Wir haben sechs Monate auf ihre Rückkehr warten müssen", sagte van Gaal. Mit und komme "mehr Kreativität und Druck" ins Spiel. "Sie sind unglaublich wichtig für den FC Bayern." Robben gab sich bescheiden: "Unser Spiel war sehr gut, nicht nur ich und Franck, sondern die ganze Mannschaft."

"Startschuss für sehr wichtige Wochen"

Die wohl beste Flügelzange der Bundesliga sorgte dafür, dass Müller wieder zentral hinter Gomez zum Einsatz kam. Vor allem aber rückte Bastian Schweinsteiger wieder auf seine Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld. Das verlieh dem Münchner Spiel mehr defensive Stabilität und Organisation. "Das ist unsere Formation", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Und auf einmal stellen sich ganz andere "Was wäre, wenn?"-Fragen. Zum Beispiel: Was wäre, wenn Bayern in dieser Form - und vor allem in dieser Formation - die Saison beenden würde? Dann hätte der Club gute Chancen, aus einer mäßigen Saison noch eine gute oder sogar herausragende zu machen.

Man erinnere sich: In der vergangenen Spielzeit holten die Bayern zwei Titel ( Pokal und Meisterschaft), in der Champions League verloren sie im Finale. Die gegenwärtige Situation ist gar nicht so anders: Auch wenn die Meisterschaft außer Reichweite scheint, könnte diese Saison trotzdem noch mit Titeln enden. In der Champions League stehen am 23. Februar und 14. März die Achtelfinalspiele gegen Titelverteidiger Inter Mailand an. Und am 2. März ist das Pokal-Halbfinale gegen den FC Schalke 04. Ein paar Siege, und der FC Bayern steht glänzend da. Auch in der Bundesliga ist die Qualifikation für die Champions League in Reichweite.

"Ich bin überzeugt, dass das ein Startschuss für sehr wichtige Wochen war", sagte Nerlinger nach dem Spiel gegen Hoffenheim. Wenn dem so wäre, würde es die Münchner Fans sicherlich mit dieser Saison versöhnen. Und viele hypothetische Fragen vergessen machen.

FC Bayern München - 1899 Hoffenheim 4:0 (2:0)
1:0 Gomez (2.)
2:0 Müller (15.)
3:0 Robben (63.)
4:0 Robben (81.)
München: Kraft - Lahm, Anatolij Timoschtschuk, Badstuber, Luiz Gustavo - Schweinsteiger, Pranjic - Robben (84. Hamit Altintop), Müller, Ribery - Gomez
Hoffenheim: Starke - Beck, Vorsah (46. Simunic), Compper, Ibertsberger - Alaba - Rudy (20. Weis), Salihovic - Vukcevic (77. Sigurdsson), Ibisevic, Babel
Schiedsrichter: Gagelmann
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Weis (4), Simunic (2), Beck (3), Salihovic (7)

Mit Material von sid und dpa