Bayern-Kapitän Lahm "Gegen Freiburg und Gladbach müssen sechs Punkte her"
Bayern-Spieler Lahm (l.), Müller: "Viel zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht"
Foto: Kerstin Joensson/ APFrage: Herr Lahm, wie beurteilen Sie den 2:1-Erfolg gegen Bremen?
Lahm: Ich denke, dass wir in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt haben. Wir haben unser Passspiel wiedergefunden, es war Bewegung da, wir hatten mehr Torchancen als Bremen. Auch nach der Pause hatten wir eine gute Möglichkeit durch Hamit Altintop, 2:1 in Führung zu gehen. Doch dann haben wir viel zu viele Fehler im Spielaufbau und in der Vorwärtsbewegung gemacht.
Frage: Und hätten durch Bremer Angriffe fast noch verloren.
Lahm: Das ist die Stärke von Bremen, dass sie dann den Ball erobern und schnell nach vorne spielen. Sie haben sehr fähige Spieler, die das normalerweise ausnutzen. Gott sei Dank heute nicht.
Frage: Auffällig waren erneut die vielen Rückpässe zu Torwart Jörg Butt. Wieso können Sie zurzeit in der Offensive so wenige Impulse setzen?
Lahm: Wir haben heute versucht, wie auch in Hamburg, etwas defensiver zu spielen, obwohl unsere Taktik durch den frühen Rückstand über den Haufen geworfen wurde. Mit kreativen Spielern wie Arjen Robben oder Franck Ribéry können wir uns mehr Chancen erarbeiten, weil sie in viele Eins-gegen-Eins-Situationen gehen. Dann haben wir ein anderes Spiel.
Frage: Aber die beiden sind nicht da.
Lahm: Weil wir zurzeit nicht so viele kreative Spieler haben, müssen wir eben über unser Passspiel nach vorne kommen. Bei so vielen Spielen, wie wir sie gerade haben, ist es wichtig, dass der Kader auch mal wieder voll wird. Dass wir also acht oder zehn Spieler auf der Bank haben, was seit zwei Wochen nicht mehr der Fall ist.
Frage: Trotz aller Personalsorgen: Könnte der Erfolg gegen Bremen eine Art Trendwende sein für die Bayern?
Lahm: Es ist ganz wichtig, dass wir eine Runde weitergekommen sind. Aber man darf auch nicht vergessen, dass wir gegen Hannover und in der Champions League gewonnen haben, in Hamburg haben wir unentschieden gespielt. Wir haben zehn Punkte aus vier Spielen geholt, die letzten Wochen waren also nicht so schlecht. Das muss Selbstvertrauen geben, um in der in der Bundesliga den Rückstand wettzumachen. Gegen Freiburg und Gladbach müssen dazu sechs Punkte her.
Aufgezeichnet von Sebastian Winter. Das Interview entstand in der Mixed-Zone der Münchner Arena.