Bayern-Krise: Kahn kritisiert Klinsmanns Hau-Ruck-Konzept - DER SPIEGEL
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Bayern-Krise Kahn kritisiert Klinsmanns Hau-Ruck-Konzept

Gegenwind für den Bayern-Trainer: Jürgen Klinsmann hat nach dem schwachen Start in der Bundesliga genug Sorgen - nun meldet sich auch noch Torwart-Legende Oliver Kahn zu Wort. Er findet, man dürfe beim Rekordmeister nicht alles "über den Haufen werfen".
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Hamburg - Kahn sagte bei einem PR-Termin in München: "Es ist nicht ungefährlich. Jeder Verein hat seine eigene Philosophie, an der man da und dort ein bisschen drehen kann, aber die man nicht völlig über den Haufen werfen kann." Der FC Bayern hat nach dem 3:3 gegen Bochum am siebten Spielag den schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren hingelegt. Der Rekordmeister liegt in der aktuellen Tabelle nur auf Platz elf.

"Man kann auch nicht zum AC Mailand gehen und sagen: Wir spielen jetzt wie Real Madrid", so Kahn weiter. Für den ehemaligen Welttorhüter und Bayern-Kapitän ist der Fehlstart der Münchner verwunderlich: "Es ist überraschend. Zumal sich die Mannschaft nicht im Umbruch befindet. Es spielt ja praktisch dieselbe Mannschaft, die letztes Jahr das Double gewonnen hat", sagte der 39-Jährige.

Für Unverständnis sorgte zudem die Verbannung von Spielführer Mark van Bommel auf die Ersatzbank: "Ein Kapitän, der auf der Bank sitzt, kann nicht die Rolle ausfüllen, die er sollte. Mark ist in seiner Funktion geschwächt", so Kahn.

Van Bommel wurde von Klinsmann vor Beginn der Saison zum Kapitän bestimmt. Er gilt auf dem Platz als resoluter Zweikämpfer, schlägt dabei allerdings auch öfter über die Stränge. Nach einem Platzverweis am zweiten Spieltag in Dortmund verlor van Bommel seinen Platz in der Startformation. Am vierten Spieltag (in Köln), und zuletzt gegen Bochum saß er nur auf der Bank. Auch in der Champions League gegen Lyon (1:1) und im DFB-Pokal gegen Nürnberg (2:0) kam der 31-Jährige nicht zum Einsatz.

Neben der Personalie van Bommel sorgt derzeit auch die schwache Abwehr für Unruhe. Mit 13 Gegentoren ist die Bayern-Defensive derzeit die drittschlechteste der Liga. Nur Bremen (16) und Schlusslicht Gladbach (15) haben noch mehr Treffer kassiert. Dafür macht Mittelfeldspieler Zé Roberto auch die Rotationsstrategie Klinsmanns verantwortlich: "Hinten spielten immer wieder andere Partner. Im vorigen Jahr haben wir mit zwei festen Innenverteidigern gespielt, mit Lucio und Demichelis", sagte Zé Roberto dem "Kicker".

Kahn scheint mit dem Wirbel um Klinsmann fast schon gerechnet zu haben: "Sie wollten jemanden, der den Verein umkrempelt. Wenn man jemanden wie Klinsmann verpflichtet, muss man wissen, wen man verpflichtet hat. Der Verein muss Geduld haben."

Tatsächlich stellen sich die Verantwortlichen derzeit noch offensiv hinter Klinsmann: "Wir haben totales Vertrauen zu ihm", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Auch Kahn gibt sich zuversichtlich: "Man darf das jetzt nicht alles negativ sehen. Der FC Bayern ist noch immer eine Mannschaft, die eine gute Drei-Punkte-Serie hinlegen kann. Dann geht es wieder aufwärts."

hut/sid/dpa

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