FC Bayern München vs. PSV Eindhoven: Krise als Chance - DER SPIEGEL
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Bayern-Sieg über PSV Krise als Chance

Das Krisengerede ist erst einmal verstummt. Die Bayern sind wieder der FC Bayern, und Eindhoven hatte keine Chance. Alles Wichtige zum Champions-League-Erfolg der Münchner.
Torschützen Arjen Robben und Thomas Müller
Torschützen Arjen Robben und Thomas Müller

Torschützen Arjen Robben und Thomas Müller

Foto: Matthias Schrader/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Ausgangslage: Wer eine gute Nase hat, der riecht es an der Säbener Straße. Es riecht nach Krise. Italienisch: la crisi. Der FC Bayern ist zwar unter Trainer Carlo Ancelotti in der Bundesliga noch ungeschlagener Tabellenführer, und in der Champions League wurde bei Atlético Madrid mit exakt demselben Ergebnis verloren wie in der Vorsaison - egal. Was eine Krise ist, dafür gibt es in München ganz eigene Maßstäbe. Fakten sind da eher hinderlich.

Nach dem Remis bei Eintracht Frankfurt am Samstag stellte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge immerhin fest: "Das war nicht der FC Bayern." Vielleicht war es ja in Wirklichkeit der SV Darmstadt, der da am vergangenen Wochenende gespielt hatte. Aber, nein, die hatten gegen Frankfurt gewonnen. Es bleibt rätselhaft.

Das Ergebnis: 4:1 für Bayern München. Tore durch Thomas Müller, Joshua Kimmich, Robert Lewandowski und Arjen Robben. Also, die, die immer treffen. Der Gegentreffer fiel durch Luciano Narsingh. Die Bayern können tatsächlich noch gewinnen, es ist ein Wahnsinn. Hier geht es zum Spielbericht.

Die erste Halbzeit: Von Anfang an eine Bayern-Halbzeit. Torchance nach Torchance. nach zwölf Minuten schon 1:0, nach 25 Minuten das zweite Tor. Wie man es von den Bayern in ihren guten Tagen kennt. Es hätte 5:0 stehen können. Aber dann: Narsinghs 2:1 kurz vor dem Wechsel. Die Krise!

Die zweite Halbzeit: Eindhoven will das 2:2 und hätte es fast bekommen, aber Manuel Neuer tauchte gegen Pereiro rechtzeitig ab. Robert Lewandowski verteilte dann in der 59. Minute Beruhigungspillen an alle im Stadion. Nach dem 3:1 war das Spiel gelaufen. Und Arjen Robben hatte die Ehre, gegen seinen früheren Verein ein Kopfballtor zu erzielen. Krise? Was ist eine Krise? Man darf auch mal Joseph Blatter zitieren.

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Foto: Sven Hoppe/ dpa

Spieler des Spiels: Thiago Alcántara, der Lieblingszögling von Josep Guardiola, könnte ihm untreu werden und zum Ancelotti-Liebling mutieren. Der Spanier hat in seinen Bayern-Jahren nicht immer das gezeigt, was er kann, verletzt war er auch viel zu oft. Gegen die Niederländer hatte er einen guten Abend. Und wenn er einen guten Abend hat, ist er überragend. Einen besseren Vorbereiter findet man in der Liga nicht.

Duell des Spiels: Jeroen Zoet gegen alle. Der PSV-Torwart hatte seine Hände überall und musste dann doch viermal hinter sich greifen. Zoet heißt auf niederländisch süß, aber es war dann doch eher ein bitterer Abend für die niederländische Nummer zwei.

Zahl des Spiels: 155. So viele Pflichtspieltore hat Thomas Müller nunmehr für die Bayern erzielt. Er hat damit mit Roland Wohlfarth gleichgezogen, an den sich auch Christoph Daum noch dunkel erinnern wird. Zwei Bayern-Angreifer sind noch besser: Karl-Heinz "dies ist doch wieder der FC Bayern" Rummenigge: 217. Und, na klar, Gerd Müller: 506. 506!! Das wird auch der Gaudibursch nicht schaffen. Was für ein Torriecher.

Zitat des Spiels: "Die Nation schaut besorgt auf den FC Bayern." Sagte Béla Rethy. Vor dem Spiel wohlgemerkt. Die Nation hat ja sonst keine anderen Sorgen. Ein Fall für die nächste Ausgabe des deutschen Glücksatlas.

Erkenntnis des Spiels: Solche Krisen wie die Bayern-Krisen hätte jeder andere Verein gerne. Der Krisengeruch ist weg. Das ZDF konnte beruhigt zu Markus Lanz abgeben. Da war eine Ameisenbärenforscherin im Studio, die ein Buch geschrieben hat: die Supernasen.

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