Bayern München Effenberg vom Training freigestellt
München - Stefan Effenberg, 33, der vor dem Bundesligaspiel am Samstag gegen Hertha BSC Berlin (3:0) aus dem Bayern-Kader gestrichen worden war, ließ sich am Montag auf Grund eines "privaten Termins" vom Mannschaftstraining freistellen - mit Genehmigung von Trainer Ottmar Hitzfeld. Der gemeinsame Waldlauf am späten Nachmittag in den Isarauen fand ohne den Bayern-Kapitän statt.
Angeblich nutzte Effenberg den freien Tag zu Vertragsverhandlungen in England. Der Bayern-Regisseur ist nach wie vor beim Premier-League-Aufsteiger Manchester City im Gespräch, wo Team-Manager Kevin Keagan dringend nach Verstärkungen für die kommende Saison sucht. Auch der 22-jährige Abwehrspieler Manuel Friedrich vom Zweitligisten FSV Mainz 05 und der Holländer Edgar Davids von Juventus Turin sind bei Manchesters zweitem Verein im Gespräch.
Kein "Effe"-Gipfel diese Woche
Ob Effenberg vor seinem Abschied zum Saisonende in der Bundesliga noch einmal für den FC Bayern spielt, bleibt vorerst offen. "Es gibt keinen so genannten Effe-Gipfel, und das ist auch nicht notwendig", erklärte Bayern-Pressechef Markus Hörwick am Montag. "Der Trainer wird bis Donnerstag entscheiden, ob Effenberg am Samstag in Wolfsburg dabei ist."
Gegenüber der "Bild"-Zeitung deuteten die Bayern-Bosse bereits eine salomonische Lösung im "Fall Effenberg" an. "Es gibt einen bayerischen Grundsatz: Never change a winning team. Effe würde sich keinen Gefallen tun, ausgerechnet in der Arbeiterstadt Wolfsburg am Samstag aufzulaufen", erklärte Präsident Franz Beckenbauer, "da sind seine Sprüche gar nicht gut angekommen."
"Er bekommt den Abschied, den er verdient"
Eine Strafe von Seiten des Vereins soll es für den Profi allerdings nicht geben. "Es kann vom Verein gar keine Strafe geben, rein juristisch gesehen. Hier zu Lande herrscht Meinungsfreiheit", sagte Bayerns
Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge der Münchner "Abendzeitung". "Effenberg ist genug bestraft durch das, was in den letzten Tagen passiert ist." Der FC Bayern sei vielmehr daran interessiert, dass die Diskussion langsam beendet werde, "damit wir uns ganz auf die beiden letzten Spiele konzentrieren können".
Vermutlich wird Hitzfeld seinen Kapitän deshalb in Wolfsburg erneut nicht berücksichtigen und ihn erst im letzten Saisonspiel am 4. Mai gegen Hansa Rostock einsetzen. "Er bekommt den Abschied, den
er verdient hat", betonte der Trainer nach dem 3:0-Sieg gegen Hertha BSC. Auch Rummenigge schlug sanftere Töne an: "Wir müssen für eine ausgewogene Lösung sorgen, aber wir haben auch
eine Verantwortung für den Club."