Bayern München: Hitzfeld dementiert "Zerfallserscheinungen" - DER SPIEGEL
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Bayern München Hitzfeld dementiert "Zerfallserscheinungen"

Die Niederlage bei Hansa Rostock war die fünfte sieglose Bundesliga-Partie des FC Bayern hintereinander. Der Rekordmeister wirkt rat- und hilflos.
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Rostock - Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld nannte die 0:1 (0:0)-Niederlage seiner Mannschaft bei den abstiegsbedrohten Rostockern "ärgerlich". Sein wiedergenesener Torhüter Oliver Kahn machte immerhin die Gründe für die dritte Niederlage gegen Hansa in Serie ausmachen. "Natürlich möchte jeder dieses Spiel gewinnen", sprach Kahn. Aber nach der anstrengenden Mehrfachbelastung in den letzten Monaten mit Champions League, Nationalmannschaft, Weltpokal, Bundesliga und Pokal sei die Mannschaft, so Kahn, "müde, fertig und hat keine geistige Frische. Momentan ist es ein einziges Gequäle bei uns." Problem erkannt, Gefahr gebannt?

In den Katakomben des Ostseestadions stand derweil Manager Uli Hoeneß und versicherte, dass sich die Mannschaft keineswegs in einer Krise befinde, schließlich gelte es auch, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und für alle, die vielleicht vergessen hatten, dass das Hauptaugenmerk der Bayern nicht ausschließlich dem Transferabschluss mit Jungnationalspieler Sebastian Kehl gilt, buchstabierte Hoeneß das Ziel noch einmal. "Die Deutsche Meisterschaft", so Hoeneß.

Geduld bewahren, Nerven behalten

Unmöglich ist die Realisierung dieser Aufgabe angesichts von sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Leverkusen bei noch ausstehenden 17 Punktspielen nicht, hätten die Bayern eines ihrer letzten fünf Ligaspiele gewonnen. Haben sie aber nicht. Und so etwas hat es unter Trainer Ottmar Hitzfeld in München noch nicht gegeben. "Ungewöhnlich", beurteilt Hitzfeld die erfolglose Serie und hofft oder weiß: "Da muss man Geduld bewahren und die Nerven behalten. Die Mannschaft zeigt keine Zerfallserscheinungen, das sind Bemerkungen, die ich weit wegstoße."

Gegen kämpferisch engagierte Rostocker taten die Bayern im mit 29.500 Zuschauern ausverkauften Ostseestadion zu wenig, so dass Hansa unter Interimstrainer Juri Schlünz weiter ungeschlagen bleibt. "Die Mannschaft hält zusammen, jeder kämpft für jeden. Und mit dem tollen Publikum im Rücken kann man auch schon mal die Bayern schlagen", sagte Schlünz zufrieden.

Erfolglose Bemühungen

Bis der erst kurz zuvor eingewechselte Dietmar Hirsch in der 86. Minute nach einem Eckball für die Entscheidung sorgte, hatten die Bayern das Spiel mehr oder weniger in der Hand gehabt. Nur entschieden hatten sie es gegen kämpferisch wehrhafte Rostocker nicht. Nach einer Viertelstunde landete ein Distanzschuss von Giovane Elbers nur knapp neben dem linken Pfosten des Hansa-Tors. Dann erlief sich Alexander Zickler einen Fehlpass von Mohamed Emara. Den Schuss des Nationalstürmers aber konnte Hansa-Keeper Matthias Schober parieren. Auf der Gegenseite sorgte Oliver Kahn für Aufregung, als er nach einer Rückgabe den Ball beinahe gegen Hansa-Stürmer Markus Beierle verloren hätte (16.).

Auch nach dem Wechsel hatten beide Torhüter nur wenig Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Kahn war aber bei einem 25- Meter-Schuss von Radwan Yasser (50.) ebenso auf der Hut wie drei Minuten später bei einem Freistoß von Andreas Jakobsson, den er per Fußabwehr parierte. Die Münchner versuchten mit den eingewechselten Mehmet Scholl und Carsten Jancker mit schnellen Spielzügen zum Tor zu kommen, aber auch das blieb erfolglos. Es war einfach ein ärgerlicher Nachmittag für die beste Vereinsmannschaft der Welt, die im letzten Spiel vor der Winterpause weiteres Unheil befürchtet. "Wir stehen am Dienstag gegen Borussia Mönchengladbach total unter Druck", sagte Ottmar Hitzfeld, während sich Präsident Franz Beckenbauer in Sarkusmus flüchtete: "So, wie die Bayern momentan Weihnachtsgeschenke verteilen, können sich die Gladbacher schon freuen."

Hansa Rostock - Bayern München 1:0 (0:0)
1:0 Hirsch (86.)
Rostock: Schober - Lange, Jakobsson, Oswald - Rydlewicz, Wibran (90. Weilandt), Lantz, Radwan (83. Hirsch), Emara - Beierle, Arvidsson (90. Kovacec)
München: Kahn - Thiam, Linke, Robert Kovac (46. Niko Kovac), Tarnat - Hargreaves, Effenberg, Fink - Pizarro, Elber (78. Jancker), Zickler (66. Scholl)
Schiedsrichter: Steinborn (Sinzig)
Zuschauer: 29.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Lantz (3), Radwan / Linke (4), Fink (4), Effenberg (3), Jancker (2), Robert Kovac (2)

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