Bayern München Hoeneß gibt Fehler zu
München - "Unsere Einkaufspolitik in den letzten Jahren war deshalb nicht so gut, da wir noch eine andere Philosophie hatten. Wir wollten den Geldbeutel nicht so weit aufmachen", erklärte Hoeneß in der "Bild-Zeitung". Mit der Zurückhaltung auf dem Transfermarkt solle jedoch im Hinblick auf die kommende Saison Schluss sein.
Nachdem zuletzt Münchens Präsident Franz Beckenbauer angekündigt hatte, bis zu 50 Millionen Mark für einen neuen Star auszugeben, verabschiedete sich nun auch Hoeneß von seinen Idealen: "Die Spieler müssen jedoch charakterlich und logisch in die Mannschaft passen. Das Geld haben wir." Dennoch wollen die Bayern laut Hoeneß keine "Alibi-Käufe" tätigen.
Vor allem im Abwehrbereich will sich der deutsche Rekordmeister verstärken, konnte bisher aber bis auf den Stuttgarter Pablo Thiam noch keine Zugänge vermelden. Im Poker um den tschechischen Mittelfeldspieler Tomas Rosicky waren die Münchner Anfang des Jahres ausgestiegen und hatten Borussia Dortmund den 25 Millionen Mark teuren Rekordtransfer ermöglicht.
Ärger um Samuel "Sammy" Kuffour
Unterdessen sorgen die Wechselabsichten des Samuel Kuffour für neue Unruhe. Manager Uli Hoeneß verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Mark gegen den Ghanaer. Der Abwehrspieler, der bis 2003 unter Vertrag ist, hat wieder mit dem FC Barcelona verhandelt, obwohl ihm die Bayern die vorzeitige Freigabe verweigern.
In einem Münchner Nobel-Restaurant besprach sich Kuffour vergangene Woche mit Ex-Nationalspieler Bernd Schuster, der für den spanischen Spitzenclub als Berater tätig ist. Für einen Wechsel hatte Barcelona schon in der Winterpause angeblich rund 36 Millionen Mark Ablöse geboten - und Kuffour ein Gehalt von vier Millionen Mark netto jährlich.
10.000 Mark Geldstrafe für den Ghanaer
Die Münchner lehnten damals umgehend ab und reagierten jetzt unwirsch. "So geht es ja wirklich nicht. Wir haben ihm 10.000 Mark Geldstrafe aufgebrummt, damit er wieder zur Vernunft kommt", schimpfte Hoeneß und kündigte zudem eine Beschwerde beim "Barca"-Präsidenten an. "Der Herr Gaspart wird noch einen geharnischten Brief von uns bekommen. Der soll gefälligst die Finger von unseren Spielern lassen."
Außerdem wurde am Montag bekannt, dass der Weltverband Fifa gegen Kuffour ermittelt: Der 24-Jährige soll beim Länderspiel Ghana gegen Sudan am 25. Februar dieses Jahres dem äthiopischen Schiedsrichter Schläge angedroht haben.