Bayern München Kahn und Ballack bleiben
München - "Ich freue mich, dass das jetzt kein Thema mehr ist, dass es erledigt ist und dass wir uns voll auf die neue Saison konzentrieren können", sagte Magath am Dienstag vor Journalisten in München, nachdem er mit dem derzeit auf Sardinien Erholung suchenden Torhüter länger telefoniert hatte. Auch mit Michael Ballack, dessen Wechsel-Ambitionen zum FC Barcelona schon seit längerem beendet sind, hat Magath gesprochen.
"Olivers Ziel ist die WM 2006. Dafür ist er hier am besten aufgehoben, hier kann er sich am besten darauf vorbereiten", berichtete Magath. Gleiches gelte für Ballack. "Beide wollen noch mit dem FC Bayern Erfolge feiern und Titel gewinnen. Da haben sie beim FC Bayern sicherlich die beste Ausgangsposition." Nach der Rückkehr der beiden aus dem Urlaub soll es laut Magath in Ruhe Gespräche geben.
Kein Kontakt zur Führungsriege
Die Spekulationen um die zwei Bayern-Nationalspieler waren während der EM in Portugal ein Dauer-Thema gewesen, obwohl beide in München Verträge bis 2006 haben. Kahn hatte die Gerüchteküche durch eigene Aussagen belebt, während im Fall Ballack vor allem aus Spanien immer wieder neue Berichte aufgetaucht waren. Zuletzt hatten sich die Bayern-Verantwortlichen verärgert über Kahns öffentliche Äußerungen gezeigt, Kontakt zum Kapitän hatte die Führungsriege hingegen nicht.
Entgegen öffentlicher Erwartungen hat Magath den Urlaub für Kahn und Ballack kurzfristig noch bis zum kommenden Montag verlängert. "Ich habe mit beiden telefoniert, alle beide wollten am Freitag kommen. Aber ich habe mit ihnen über ihre Situation gesprochen, dabei sind wir gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, dass sie am Montag kommen", so Magath. Wegen der Belastungen der vergangenen Saison habe er beiden drei Tage länger frei gegeben. Die anderen deutschen EM-Teilnehmer hingegen - Neuzugang Torsten Frings, Bastian Schweinsteiger und Jens Jeremies - werden an diesem Freitag im Training erwartet.
Beim 35-jährigen Kahn sind zudem für Magath das Alter und die Torhüter-Position Gründe für eine längere Auszeit. "Spieler über 30 müssen nicht mehr so viel trainieren. Das habe ich auch beim VfB Stuttgart mit Zvonimir Soldo so gemacht", verteidigt Magath die Maßnahme, "Urlaub ist für mich sehr, sehr wichtig, genauso wichtig wie die Arbeit."
Sorge um Pizarro
Unterdessen hält bei Bayern die Sorge um den verletzten Claudio Pizarro an. Doch der Nationalspieler hat zumindest selbst für positive Signale gesorgt. Bayern-Manager Uli Hoeneß berichtete am Dienstag von einem Telefonat mit dem Peruaner, der sich in der vergangenen Nacht am Handy des Managers gemeldet habe. "Er wirkte schwach, aber voll da. Er war frohen Mutes", sagte Hoeneß. Seit Montag weilt ein vom FC Bayern entsandter Neurologie-Spezialist des Klinikums München-Bogenhausen in Lima, um den am Kopf verletzten Pizarro vor Ort in Zusammenarbeit mit den einheimischen Kollegen zu untersuchen.