Bayern München Makaay bleibt ein Phantom
München - Eigentlich wollte sich Roy Makaay am Mittwoch beim Training erstmals den Bayern-Fans präsentieren, doch der Stürmer musste mit einem Aufenthalt im "Hotel Vierjahreszeiten" vorlieb nehmen. Weil zwei Tage nach dem vereinbarten Transfer über 17,7 Millionen Euro immer noch die Unterschrift aus La Coruna fehlte, war Makaay ebenso wie die Bayern-Funktionäre zur Tatenlosigkeit gezwungen.
Angeblich soll es Unstimmigkeiten zwischen den Clubs über die Zahlungsmodalitäten geben. Spekulationen aus Spanien zufolge will der FC Bayern München die Ablösesumme in Raten zahlen, Deportivo La Coruna lehnt dies jedoch ab. Trotz der Verzögerungen gibt es beim Deutschen Meister keinerlei Zweifel, dass der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte über die Bühne gehen wird. Doch wann, wusste am Mittwochabend beim FC Bayern niemand. "Wir müssen abwarten. Das Fax mit der Unterschrift kann in einer Stunde, einem Tag oder auch erst in einer Woche kommen", sagte Mediendirektor Markus Hörwick.
"Es gibt noch eine Reihe kleiner Details zu klären", ließ Deportivo-Präsident Augusto Lendoiro wissen, "doch beim Transfers Makaays gibt es kein Zurück mehr. Einen solchen Transfer kann man eben nicht über Nacht abwickeln. Die Lage ist völlig normal."
Trotz der erneuten Zwangspause war Makaay erst einmal "froh, hier zu sein. Es war schon lange mein Wunsch, für den FC Bayern zu spielen", ließ er den Fans via Bayern-Homepage ausrichten und fasste seine ersten Eindrücke zusammen: "Ich hätte nicht gedacht, dass es in München so heiß ist."
Die offizielle Präsentation des 28-Jährigen, die bereits am Dienstag nach knapp vierstündiger Wartezeit abgeblasen werden musste, wurde deshalb erneut verschoben. Der Grund ist ein bürokratischer: Solange Makaay, der den Medizin-Check ohne Probleme absolvierte, seinen Vierjahresvertrag nicht unterschrieben hat, darf er beim Rekordmeister aus versicherungstechnischen Gründen nicht trainieren.
"Man muss schauen, dass er so schnell wie möglich in den Trainingsbetrieb einsteigen kann", sagte deshalb Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld am Mittwoch nach der Ankunft vom Freundschaftsspiel der Bayern in Newcastle (Endstand 2:2). Ansonsten bewertet Hitzfeld die Hängepartie gelassen: "Ich habe ohnehin erst Ende August mit ihm gerechnet, deshalb muss man jetzt auch nichts überstürzen." Ein Einsatz des Angreifers am Samstag in Hannover war bereits vorher ausgeschlossen worden. Möglicherweise feiert Makaay jedoch am kommenden Dienstag bei einem weiteren Testspiel in Nürnberg seinen Einstand.