Bayern München und RB Leipzig: Champagner schlägt Brause - DER SPIEGEL
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kicker.tv

Bayern-Sieg im Spitzenspiel Champagner schlägt Brause

Von wegen Gipfel: Bayern München ließ RB Leipzig keine Chance, im letzten Spiel des Jahres fand der Rekordmeister zu alter Souveränität. Und zu neuem Selbstbewusstsein.
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Ein mildes Lächeln, ein Gläschen in der Hand, so trat Karl-Heinz Rummenigge aus der Bayern-Kabine. Ob er sich einen Weißwein gönne, wurde der Vorstandsboss von den Journalisten in der Mittwochnacht gefragt. "Nein", sagte Rummenigge, "wir trinken Champagner. Heute machen wir es ganz nobel."

Es gab schließlich mal wieder einen Grund, wirklich zu feiern: Das 3:0 gegen RB Leipzig, drei Tage vor Heiligabend endlich mal wieder ein furioser Sieg für den Rekordmeister.

Mit drei Punkten Vorsprung Tabellenführer, dazu Weihnachtsmeister, und vor allem den widerspenstigen Emporkömmling aus Leipzig genüsslich auseinandergenommen. Es war an der Zeit, das Selbstbewusstsein, das in der holprigen Hinrunde oft abhandengekommen war, und die nun wiedergefundene Überlegenheit aufreizend zur Schau zur stellen. Die Bayern waren am Mittwoch wieder ganz die Alten.

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Bayerns Sieg gegen Leipzig: Dominant zur Weihnachtsmeisterschaft

Foto: Adam Pretty/ Bongarts/Getty Images

Man hatte vor Anpfiff noch zweifeln dürfen, ob die Münchner nach der dürftigen Darbietung am Sonntag beim 1:0 in Darmstadt dem atemberaubenden Tempofußball der Leipziger Offensive gewachsen sind - gerade mit den beiden Schwachstellen zuletzt im defensiven Mittelfeld, Xabi Alonso und Artúro Vidal.

Doch dann zeigten gerade diese beiden ihre mit Abstand beste Saisonleistung. Spielgestalter Alonso mit Traumpässen und seinem vorentscheidenden Tor zum 2:0, Abräumer Vidal mit kompromissloser Balleroberung vor dem eigenen Strafraum.

"Diese fünf, sechs Ballgewinne von Artúro im Mittelfeld", sagte Mats Hummels später, "das sind Schlüsselmomente, in denen man dem Gegner den Glauben raubt." Hummels lief übrigens wegen einer verlorenen Wette im Freundeskreis mit blondierten Haaren auf. Es war der einzige Schönheitsfehler beim FC Bayern.

Schön und überragend war das Spiel gerade in den ersten 45 Minuten, die beste Halbzeit bisher unter Carlo Ancelotti. Gerade auf der rechten Seite umwirbelten Philipp Lahm und Arjen Robben ihre Gegenspieler nach Belieben, Lahm sagte später: "Das Wichtigste war, dass wir Leipzig gezeigt haben, dass hier nichts zu holen ist."

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FC Bayern in der Einzelkritik: Xabi Alonso auf dem Weg zur alten Klasse

Foto: Matthias Schrader/ AP

Lahm war nach einer halben Stunde auch an der Szene beteiligt, die zum Überzahlspiel seiner Mannschaft führte. Emil Forsberg hatte den Bayern-Kapitän von hinten umgegrätscht, der Schwede sah daraufhin von Schiedsrichter Felix Zwayer die Rote Karte. Spielentscheidend war diese Szene nicht: Durch Tore von Thiago (17. Minute) und Alonso (25.) stand es da schon 2:0, später folgte das 3:0 durch Foulelfmeter von Robert Lewandowski (45.). An einem Abend wie diesem hätten die Bayern wohl auch in Unterzahl gewonnen.

Rummenigge war nicht nur in Schampuslaune, er konnte auch gar nicht genug davon bekommen, die Dominanz seiner Mannschaft hervorzuheben. "Das war eine Demonstration unserer Klasse", sagte er, zwischen den Reporterfragen immer wieder am Belohnungstrunk nippend. Auch zum Gegner fand Rummenigge Worte, so sagte er etwa mit einer gewissen Süffisanz: "Rasenballsport, so heißen sie ja, sind mit dem Ergebnis noch gut bedient, das hätte auch ein Debakel werden können." Und dass die verbalen Sticheleien aus Leipzig nur motivierend gewesen seien: "Wenn wir gereizt werden, ist es schwierig, unsere Mannschaft zu stoppen."

Robben wird wohl bleiben

Als dauerhaften Rivalen im Kampf um die Meisterschaft sehen die Bayern Leipzig ohnehin nicht an, wie Rummenigge durchblicken ließ: "Das wird in der Rückrunde etwas schwieriger für sie, das war nun ein Zeichen für die Bundesliga, dass sie verwundbar sind." Rummenigge sprach auch noch von dem "Verein aus Ostdeutschland", der eine Bereicherung für die Liga sei. Solange sein eigener Verein aus Süddeutschland die Liga anführt, fallen ihm solch generösen Worte leicht.

Als das Glas schon fast leer war, plauderte der Bayern-Boss auch noch erstmals konkret über die bevorstehende Vertragsverlängerung mit Arjen Robben. "Er will bleiben, wir wollen, dass er bleibt, wir liegen schon sehr nahe beisammen. Ich glaube, dass wir schon im Januar Vollzug melden können." Vermutlich noch, bevor in gut vier Wochen mit dem Spiel in Freiburg die Vorrunde zu Ende geht und die Bayern erstmals im Januar Herbstmeister werden können.

Und vier Monate später richtig Meister. Zweifel am fünften Titel in Serie hat beim FC Bayern niemand mehr, nach diesem Champagner-Abend.

Bayern München - RB Leipzig 3:0 (3:0)
1:0 Thiago (17.)
2:0 Alonso (25.)
3:0 Lewandowski (45. Foulelfmeter)
München: Neuer - Lahm, Martinez, Hummels, Alaba (67. Bernat) - Alonso, Vidal (75. Kimmich) - Robben (46. Ribery), Thiago, Costa - Lewandowski
Leipzig: Gulacsi - Bernardo, Ilsanker, Orban, Halstenberg - Keita (46. Kaiser), Demme - Sabitzer (82. Burke), Forsberg - Timo Werner (59. Selke), Poulsen
Schiedsrichter: Felix Zwayer
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Rote Karten: Forsberg wegen groben Foulspiels (30.)
Gelbe Karten: Vidal (3) - Sabitzer (2)