Bayern-Sieg gegen HSV: Da sitzt alles - DER SPIEGEL
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8:0-Sieg gegen den HSV Läuft bei den Bayern

Der FC Bayern war holprig in die Rückrunde gestartet, gegen den HSV gelang nun der Befreiungsschlag - und was für einer. Beim 8:0 brillierten die Münchner Angreifer. Trainer Guardiola lobte aber vor allem seine Defensive.
Von Sebastian Winter
Jubelnde Bayern-Spieler: Acht Tore gegen den HSV
Jubelnde Bayern-Spieler: Acht Tore gegen den HSV

Jubelnde Bayern-Spieler: Acht Tore gegen den HSV

Foto: AP/dpa
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Franck Ribéry lief einfach davon, und der kleine Mann hinter ihm hatte Mühe, aufzuholen. Der Bayern-Spieler lachte nur und nahm den Verfolger auf den Arm. Salif, Ribérys dreijähriger Sohn, strahlte in den Katakomben der Münchner Arena, ihm hatte die kleine Verfolgungsjagd sichtlich Spaß gemacht. Dem Vater auch. Da sind sie wieder, die feixenden Bayern.

Zuvor hatten die Münchner den Hamburger SV 8:0 gedemütigt. So hoch hatte der HSV noch nie in seiner 52-jährigen Bundesligageschichte verloren. Da konnte sich auch Karl-Heinz Rummenigge, Bayerns eigentlich eher spröder Vorstandsvorsitzender, das Feixen nach dem Abpfiff nicht verkneifen: "Die Vertreter vom HSV haben uns etwas neidisch angeschaut nach dem Spiel."

Der Klassenunterschied zwischen beiden Teams bemaß sich in Zahlen: 8:0 Tore, 14:2 Schüsse auf das Tor, 70 zu 30 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Aber er zeigte sich auch in der völligen Dominanz der Bayern auf dem Spielfeld, die jeden Hamburger Vorstoß im Keim erstickten und selbst wahnwitzig viele Lücken in der gegnerischen Abwehr fanden. So leicht hatte es ihnen noch kein Gegner in dieser Saison gemacht, um sich vor das Tor zu kombinieren.

Zwei Beispiele: In der 23. Minute passte Bastian Schweinsteiger in die Tiefe zu Thomas Müller, die HSV-Abwehr war damit komplett ausgehebelt. Müller schoss, HSV-Keeper Jaroslav Drobny ließ abprallen, Mario Götze traf ins Tor zum 2:0. Und in der 36. Minute eroberte Holger Badstuber bei seinem Comeback grätschend den Ball, Müller bediente blitzschnell Arjen Robben, der seinen Sololauf an allen Hamburgern vorbei mit einem Traumtor zum 3:0 krönte.

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"Sie waren in allen Belangen überlegen", bilanzierte Hamburgs Trainer Josef Zinnbauer später. Robben sagte: "Solche Momente muss man genießen. Aber wir haben in der Halbzeit auch gesagt, dass wir nicht aufhören. Wir haben weitergemacht." Und wie.

Zinnbauers Gegenüber Josep Guardiola richtete das größte Lob dennoch nicht an seine Offensivabteilung, aus der sich Müller, Götze, Robben, Robert Lewandowski und Ribéry als Torschützen feiern ließen. Der Spanier hob die Defensive hervor: "Unser Aufbauspiel war schneller als zuletzt. Ich bin zufrieden, dass unsere Spielweise zurück ist."

Tatsächlich gelang den Bayern auch dank der zurückgekehrten Verteidiger Badstuber und Rafinha ein deutlich schnelleres Passspiel. Schweinsteiger spielte vor der Dreier-Abwehrkette stark auf der Position, die eigentlich Xabi Alonso vorbehalten war. Doch der Spanier verletzte sich beim Aufwärmen leicht. "Unser Spielaufbau war viel besser als in den vergangenen Wochen. Wir sind besser nach vorne gekommen", sagte Schweinsteiger. Es war auch ein kleines Eigenlob.

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Nach Wochen voller Kritik am durchwachsenen Start der Bayern in die Rückrunde haben die Münchner nun ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz gesandt, auch an die internationale. Für Guardiola ist die wichtigste Erkenntnis aus dem Hamburg-Spiel, dass er nun wieder mehr Alternativen hat - selbst wenn ein Spieler wie Alonso fehlt. Badstuber und Rafinha fügten sich problemlos in die Dreierkette ein, aus der Dante wegen zuletzt eher schwacher Leistungen herausgefallen ist.

Ribéry zeigte nach der Verletzungspause sofort wieder seinen Spielwitz. Und Schweinsteiger spielte einige exzellente, öffnende Pässe. Das schnelle Aufbauspiel, die guten Ideen, die Überraschungsmomente in der Offensive: All das hat den Bayern zuletzt gefehlt. "Wir stellen den Kader breiter auf, das ist auch wichtig, wenn wir jetzt oft drei Spiele pro Woche haben", sagte Rummenigge.

Der Bayern-Boss bezog sich auch auf die schwierige Reise in die Ukraine, wo am Dienstag das Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen Donezk ansteht. Die Partie findet wegen der Krise in der Ostukraine, wo Donezk liegt, in Lemberg statt. Sie steht unter völlig anderen Vorzeichen als das Spiel gegen Hamburg, nicht nur wegen der instabilen politischen Lage, sondern auch wegen der Stärke des Gegners.

"Klar bekommt man das mit, aber wir haben ein schwieriges Spiel vor der Brust. Da muss die Konzentration voll auf der Partie liegen, sonst wird es schwer", sagte Badstuber. Schwerer zumindest als gegen den HSV, denn das war nur ein Aufbaugegner.

Bayern München - Hamburger SV 8:0 (3:0)
1:0 Thomas Müller (21., Handelfmeter)
2:0 Götze (23.)
3:0 Robben (36.)
4:0 Robben (47.)
5:0 Thomas Müller (55.)
6:0 Lewandowski (56.)
7:0 Ribéry (69.)
8:0 Götze (88.)
München: Neuer - Rafinha, Benatia (59. Ribéry), Badstuber, Bernat - Schweinsteiger, Alaba - Robben (71. Pizarro), Thomas Müller (66. Gaudino), Götze - Lewandowski
Hamburg: Drobny - Götz, Djourou, Westermann, Marcos (57. Ostrzolek) - Diaz, van der Vaart (57. Jiracek) - Stieber, Jansen - Rudnevs, Olic (23. Nicolai Müller)
Schiedsrichter: Weiner
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: van der Vaart (7)