Bayern-Star Robben: "Ich möchte mich entschuldigen" - DER SPIEGEL
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Bayern vs. Lyon: Retter Robben, roter Ribéry

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Bayern-Star Robben "Ich möchte mich entschuldigen"

Wieder hat Arjen Robben dem FC Bayern mit einem entscheidenden Tor den Sieg beschert. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der Niederländer über den Platzverweis für seinen Kollegen Franck Ribéry, das Erfolgsrezept der Münchner - und seinen Disput mit Trainer Louis van Gaal.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE: Herr Robben, wie haben Sie die Szene mit der Roten Karte für Franck Ribéry im Champions-League-Halbfinale gegen Lyon erlebt?

Robben: Franck ist normalerweise kein Spieler, der so ein Foul macht. Es sah jedenfalls sehr gefährlich aus, deshalb kann ich mit der Roten Karte für ihn leben. Franck und ich werden auch oft gefoult. Dann sind wir auch froh, dass ein Schiedsrichter da ist, der uns schützt.

SPIEGEL ONLINE: Trotz des Ausfalls von Ribéry haben Sie sich mit dem Sieg gegen Lyon eine gute Ausgangsposition für das Halbfinal-Rückspiel geschaffen. Sie selbst haben erneut das entscheidende Tor geschossen. Sie scheinen derzeit das Glück gepachtet zu haben.

Robben: Wir haben einen starken Charakter und geben nie auf. Auch gegen Lyon haben wir wieder 90 Minuten lang gekämpft. In der Halbzeitpause haben wir uns gesagt, ein 0:0 ist vielleicht ein gutes Ergebnis - aber dafür müssen wir noch 20 oder 30 Prozent mehr geben. Denn wir waren ja nur noch zu zehnt gegen elf Franzosen. Das haben wir dann umgesetzt. In der zweiten Halbzeit waren wir nach der Gelb-Roten Karte gegen Lyon die bessere Mannschaft. Aber wir hätten noch das zweite Tor machen müssen.

SPIEGEL ONLINE: Hatten Sie mehr erwartet von Lyon?

Robben: Die sind sehr stark. Aber ich hatte schon vor dem Spiel das Gefühl, dass wir zwar vielleicht nicht Favorit sind, aber gute Chancen haben. Wir sind aber noch nicht da, wo wir hinwollen.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben jedoch einen großen Schritt in Richtung Madrid gemacht, wo am 22. Mai das Champions-League-Finale stattfindet.

Robben: Kann sein, aber wir werden jetzt noch nicht darüber reden. Wir haben noch einen schwierigen Abend in Lyon vor uns. Es ist nichts entschieden, aber wir haben jetzt einen kleinen Vorteil.

SPIEGEL ONLINE: Bei Ihrer Auswechslung in der 85. Minute schienen Sie ziemlich sauer zu sein. Jedenfalls hatten Sie einen heftigen Wortwechsel mit Ihrem Trainer Louis van Gaal.

Robben: Ja, das haben alle gesehen. Ich hatte das Gefühl, gut im Spiel zu sein und den Eindruck, dass die Spieler von Lyon am Ende ziemlich kaputt waren. Vielleicht hätte ich noch gefährlich sein können, oder es wäre mir noch ein Tor für meine Mannschaft gelungen. Deswegen habe ich die Auswechslung nicht verstanden.

SPIEGEL ONLINE: Mussten Sie sich deswegen gleich mit dem Trainer anlegen?

Robben: Nein, so darf ich nicht reagieren, und meine Reaktion war auch nicht professionell. Dafür möchte ich mich entschuldigen, auch beim Publikum und bei meinen Mitspielern. Das waren eben meine Emotionen, und das ist meine Mentalität. Ich will immer gewinnen und möchte das Finale der Champions League erreichen.

SPIEGEL ONLINE: Was hat Trainer van Gaal zu Ihnen gesagt?

Robben: Das ich so nicht reagieren solle und die Mannschaft wichtiger sei. Das stimmt auch. Es war eine tolle Mannschaftsleistung heute.

Aufgezeichnet von Sebastian Winter