Bayern - Stuttgart Elbers "Dreierpack"
München - Mit 4:0 (2:0) schickten die Bayern die Stuttgarter am Ende nach Hause, und haben nun - bei zwei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Kaiserslautern - mit einem Sieg im kommenden Ligaspiel gegen den Lokarivalen 1860 erstmals in dieser Saison die Möglichkeit, die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga zu übernehmen.
Bedanken darf sich die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld dafür in erster Linie beim VfB Stuttgart. Denn dessen Hintermannschaft sorgte vor 61.000 Zuschauern im Olympiastadion nach nicht einmal 15 Minuten dafür, dass Giovane Elber (9./13.) die Gastgeber mit zwei Abstaubern in Führung bringen konnte. Als sich Stuttgarts Silvio Meißner dann nach 18 Minuten und wiederholtem Foulspiel mit einer Roten Karte vom Spielgeschehen verabschiedete, war die Partie bereits entschieden.
"Schöne Woche"
"Das war eine sehr schöne Woche für mich", meinte Elber, der am Dienstag bereits zwei Treffer in der Champions League bei Spartak Moskau erzielen hatte können. Clubchef Franz Beckenbauer meinte nach dem glatten Erfolg: "Gegen elf war es schon einfach, gegen zehn war es gar kein Problem mehr." Rolf Rüssmann nahm seiner chancenlosen Elf die deftige Pleite nicht krumm. "Wenn man so früh nur noch zu zehnt ist, was will man da gegen ein Klasse-Team wie die Bayern machen?", fragte der Sportdirektor des VfB. Und antwortete sich selbst: "Da hat man keine Chance."
Das ursprüngliche Konzept der Schwaben, die nach dem Fehlen der gesperrten Marcelo Bordon und Zvonimir Soldo über Konter zum Erfolg kommen wollten, war frühzeitig über den Haufen geworfen. Elber nutzte die eklatanten Schwächen in der umformierten VfB-Abwehr aus. Und Rui Marques wurde dabei zum großen Pechvogel: Erst schoss er nach Flanke von Hasan Salihamidzic Mitspieler Jens Todt an, so dass Elber nur noch zur Führung einschieben musste. Kurz darauf misslang dem Stuttgarter Manndecker ein Rückpass völlig, der aufmerksame Brasilianer Elber ging dazwischen und markierte seinen zweiten Treffer. Mit dem 2:0 im Rücken schalteten die Münchner in den Schongang zurück, Stuttgart kam zu einer Chance durch Timo Wenzel (36.).
Nach dem Wechsel kam dann Ciriaco Sforza zum Zuge, der sich gleich mit einem Pfostenschuss gut einführte (52.). Neun Minuten später nutzte der Ex-Stuttgarter Elber einen Steilpass des Schweizers zu seinem ersten Dreierpack seit dem 30. Oktober 1999. Sergio rundete den Erfolg mit dem 4:0 (90.) noch ab.
Bayern München - VfB Stuttgart 4:0 (2:0)
1:0 Elber (9.)
2:0 Elber (13.)
3:0 Elber (61.)
4:0 Sergio (90.)
München: Kahn - Sagnol, Kuffour (78. Hargreaves), Robert Kovac, Lizarazu - Salihamidzic (68. Santa Cruz), Thiam, Fink (46. Sforza), Sergio - Elber, Pizarro
Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Marques (66. Rundio), Wenzel, Carnell (65. Kocholl) - Meißner, Todt - Hleb (71. Adhemar), Balakow, Endreß - Seitz
Schiedsrichter: Meyer (Braunschweig)
Zuschauer: 61.000
Rote Karte: Meißner wegen groben Foulspiels (18.)
Gelbe Karten: - / Todt (2), Hleb