Bayerns Saison der Superlative Der Rekorde-Meister
Jubelnde Bayern Profis: Saison der Rekorde
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Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Grund für diese kühne Prophezeiung ist nicht etwa eine grenzenlose Hybris des Autors. Sondern einzig die beispiellose Saison, die den Fußballern des FC Bayern München da gelungen ist, zwischen dem 25. August 2012 und dem 6. April 2013.
Die Bayern sind ja nicht einfach Deutscher Meister geworden. Sie sind es am 28. Spieltag geworden, schon am 28. Spieltag. So früh wie kein anderer Club jemals zuvor. Es ist das Resultat einer überragenden Leistung in allen Mannschaftsteilen, die Essenz aus Extraklasse in nahezu jeder Disziplin. Bestmarken, wohin man schaut.
SPIEGEL ONLINE und der Sportdatenanbieter IMPIRE haben die Spiele des neuen Titelträgers analysiert: sein exzellentes Abwehrverhalten, die Gnadenlosigkeit im Sturm. Herausgekommen sind Belege von teils unwirklich erscheinender Qualität. Es war und ist eine echte Rekordsaison des Rekordmeisters.
Tore sind im Zeitalter der Sportdaten eine schnöde Zahl. Tore schießt natürlich auch kein Team mehr als der FC Bayern (79), erzielt von 16 verschiedenen Spielern. Aber die ganze Stärke der Münchner zeigt sich abseits dessen, was sich auch an der Tabelle ablesen lässt. Der Meister ging am häufigsten 1:0 in Führung: 24-mal. Und ist das erst einmal passiert, gibt es für den Gegner nur noch ein Motto: bloß keine Klatsche kriegen. 22 Siege und zwei Remis gab es für die Bayern in diesen Spielen. Die vergangenen 54 (!) Bundesliga-Spiele mit einer 1:0-Führung hat der FCB nicht mehr verloren: Es gab 51 Siege und nur drei Unentschieden.
Bayern offensiv: Unerreicht bei Torschüssen und Großchancen
Foto: SPIEGEL ONLINEDie Bayern gaben die meisten Torschüsse ab (493), das sind mehr als 17 pro Spiel. Die Bayern hatten die meisten Großchancen (72). 68 Prozent aller Torschüsse wurden innerhalb des gegnerischen Strafraums abgegeben - sowohl prozentual als auch absolut (334) sind das ligaweit die meisten. Zum Vergleich: Ex-Meister Dortmund kommt nur auf 61 Prozent.
Der FC Bayern ist das spielstärkste Team der Liga. Durchschnittlich kommt die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes auf 61 Prozent Ballbesitz (Dortmund: 54 Prozent). Aus dem laufenden Spiel heraus gelangen bisher 64 Tore - mehr als alle anderen Teams (außer Dortmund) insgesamt erzielten.
Ausgerechnet auswärts kassierten die Münchner noch weniger Gegentore als zu Hause (11): Nur zweimal musste Manuel Neuer in fremden Stadien bisher hinter sich greifen, ein Wahnsinnswert. Bundesliga-Rekord sind übrigens fünf Auswärtsgegentore (Werder Bremen in der Saison 1992/1993) in einer Saison. Und auch diesen Wert kann Bayern noch unterbieten: Der alte Bundesliga-Rekord in einer gesamten Saison steht bei 21 Gegentreffern, aufgestellt von den Bayern in der Saison 2007/2008.
Da ist es fast logisch, dass die Bayern in 17 der 28 Spiele gar nicht bezwungen wurden. Bundesliga-Rekord für eine Saison sind 19 Zu-Null-Spiele (zweimal Bremen, einmal Bayern). 17 der 24 Siege fuhr Bayern ohne Gegentreffer ein - damit ist der Bundesliga-Rekord an Zu-Null-Siegen in einer Saison schon jetzt eingestellt (Schalke gelangen 71/72 auch 17 Zu-Null-Siege).
Bayern defensiv: Auffällig sind die wenigen Zweikämpfe, stark die gewonnenen
Foto: SPIEGEL ONLINEIn der gegnerischen Hälfte fühlen sich die Bayern äußerst wohl. Zwar liefen die Profis insgesamt eher wenig (113,7 Kilometer pro Spiel), ligaweit aber am meisten in der gegnerischen Spielhälfte (56,1 Kilometer). Wie das geht? Unter anderem so: Die Abwehr des FC Bayern "steht am höchsten" (Durchschnitt: 36,1 Meter vor der eigenen Torauslinie).
Bayern verbesserungsfähig: Die meisten Ecken, wenig Tore
Foto: SPIEGEL ONLINEWeil die Bayern dazu auch noch die geringste Fehlpassquote der Liga (zwölf Prozent) und die beste Zweikampfquote (54 Prozent) haben, dürfen Sie sich nun zu Recht fragen, ob es überhaupt etwas gibt, das die Bayern nicht so gut können. Ja, doch als Beweis der Fehlbarkeit taugt es nur bedingt: Der FC Bayern hatte die meisten Ecken (209) - erzielte in der Folge aber nur vier Treffer, das ist suboptimal. Aber die Rekordsaison der Bayern ist ja auch noch nicht vorbei.