Bayerns Torflaute: Der Toni-Komplex - DER SPIEGEL
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Bayerns Torflaute Der Toni-Komplex

Kaum Tore ohne Toni: Der FC Bayern muss nach dem Unentschieden gegen St. Petersburg um den Einzug ins Uefa-Cup-Finale bangen. Alle Hoffnungen für das Rückspiel ruhen auf Stürmer Luca Toni, der sich einen traurigen Auftritt seiner Kollegen von der Tribüne aus ansehen musste.
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So ein Elfmeter ist eigentlich eine ganz einfache Sache. Das gilt für die Ausführung an sich und für die Interpretation danach. Doch drin oder nicht drin ist manchmal eben doch nicht die entscheidende Frage, denn man kann einen Elfmeter eben auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise verschießen. Wie bei Christiano Ronaldos Schuss vom Vortag, kraftvoll, selbstbewusst, aber einen Tick zu riskant. Oder wie Franck Ribéry, dessen Rohrkrepierer gestern beim 1:1 gegen Zenit St. Petersburg den Eindruck erweckte, als wolle er das Selbstbewusstsein des gegnerischen Torhüters vorsätzlich stabilisieren. Ribéry traf dann immerhin im Nachschuss, und dennoch: Schon in der 18. Spielminute kamen Zweifel auf, ob die Bayern an diesem Abend dem Finale näher kommen würden.

Am Schluss reichte es dann, wie beim Getafe-Heimspiel im Viertelfinale, wieder nur zu einem mageren 1:1. Und zu Spielanalysen, die verklausulierte Huldigungen an einen Spieler waren, der 90 Minuten lang zuschauen musste. "Auswärts sind wir immer für ein, zwei Tore gut", tröstete sich Ottmar Hitzfeld, "und Luca Toni ist dann wieder da." Immerhin war der scheidende Coach ehrlich genug, die Defizite nicht darauf zu reduzieren, dass eine Offensivarbeitskraft gelbgesperrt fehlte. Auf den kraftlosen Auftritt in der zweiten Halbzeit angesprochen sagte Hitzfeld: "Wir haben einige Konterchancen schlecht gespielt. Wir wollten den Ball ins Tor tragen. Da hat uns die Entschlossenheit gefehlt."

Auch Mark van Bommel bedauerte das Fehlen von Toni, der zuvor auf der Tribüne den Eindruck erweckt hatte, als würde er sich am liebsten sofort selbst einwechseln. Auch der Niederländer gab zu, dass der zweite Durchgang eine reine Enttäuschung war – "da haben wir nicht gut gespielt", haderte aber dennoch mit dem Schicksal: "Wir haben unsere Chancen bekommen, die hätten wir reinmachen müssen. Petersburg hat nur Chancen herausgespielt, als wir nachlässig wurden."

Das stimmte zwar, verschwieg aber diskret Wesentliches: Zenit St. Petersburg zeigte bei aller Schwäche in Strafraumnähe ein gutes Spiel, kombinierte streckenweise deutlich leichtfüßiger als die Münchner und dürfte auch im Rückspiel vor dem bekannt fanatischen Heimpublikum ein unangenehmer Gegner werden. Gästecoach Dick Advocaat hat nun eine Woche Zeit, im Training die Ersatzleute zu motivieren, denn im Rückspiel fehlen gleich fünf Stammspieler aufgrund von Verletzungen oder Sperren: "Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht genau, was ich da machen soll", so Advocaat.

Was er machen soll, weiß hingegen Lukas Podolski. Nur offenbar nicht so richtig, wie er es umsetzen soll. "Jetzt müssen wir im Rückspiel ein Tor aufholen. Wir brauchen keine Angst zu haben, weil wir die bessere Mannschaft sind, aber das müssen wir halt auf dem Platz zeigen."

Ob er bei dem ehrgeizigen Unterfangen wieder dabei sein wird, ist fraglich. Luca Toni wurde nämlich vor allem deshalb so schmerzlich vermisst, weil dessen Sturmkollegen Miroslav Klose und Lukas Podolski so rein gar nichts auf die Reihe bekamen.

Ob Miroslav Klose, der sich in der Nachspielzeit einen Nasenbeinbruch zuzog, am Sonntag gegen den VfB Stuttgart auflaufen kann, ist ebenso fraglich wie der Einsatz von Oliver Kahn, der sich gegen Zenit einen Nerv im Lendenbereich eingeklemmt hat und ausgewechselt werden musste. Doch immerhin ist Luca Toni, der in zehn Uefa-Cup-Spielen für den FC Bayern zehn Tore erzielte, dann wieder dabei.

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