Bei St. Pauli: Eigentor hilft Bayern weiter - DER SPIEGEL
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Bei St. Pauli Eigentor hilft Bayern weiter

Erst ein schlimmer Torwart-Fehler hat Pokalverteidiger Bayern München das Weiterkommen ermöglicht. Regionalligist St. Pauli war zeitweise überlegen und hatte Pech, dass ein verärgerter Star nach seiner Einwechslung sofort traf.
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Hamburg - Auch im zweiten Pokalduell dieses Jahres hat Regionalligist FC St. Pauli die Sensation gegen den FC Bayern verpasst. Nach dem 0:3 im April verloren die Hamburger dieses Mal unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung. Timo Schultz hatte St. Pauli in Führung geschossen, Lukas Podolski schaffte zu beginn der zweiten Hälfte den Ausgleich. Ein Eigentor von Pauli-Torwart Patrick Borges brachte die Entscheidung.

In der ersten Hälfte war St. Pauli die klar bessere Mannschaft - weil das neu zusammengestellte Mittelfeld der Bayern überhaupt nicht funktionierte. Vor Martin Demichelis und dem vom FC Barcelona abgeworbenen Niederländer Mark van Bommel agierten Hasan Salihamidzic auf der linken und Owen Hargreaves auf der rechten Seite. Der deutsche Meister fand selten zu einem geordneten Spiel, im Sturm hing Roy Makaay völlig in der Luft.

Die Führung für St. Pauli war nur eine Frage der Zeit. Zunächst konnte Kahn-Ersatz Michael Rensing noch einen Schuss von Thomas Meggle an den Pfosten lenken, wenige Minuten später war der Torwart aber machtlos. Nach einem Ballverlust von Van Bommel bekam Michel Mazingu den Ball auf der rechten Seite, spurtete nach vorn und flankte geschickt zurück auf Timo Schultz, der mit einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze genau ins rechte Eck des Bayern-Tores traf. St. Paulis Trainer Andreas Bergmann urteilte später: "Das war eine ganz, ganz starke Leistung meiner Mannschaft."

Nach der Pause wechselte Magath dann Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski für Martin Demichelis und Roy Makaay ein - und Nationalstürmer Podolski brauchte gerade mal 26 Sekunden, um eine Flanke von Willy Sagnol per Direktabnahme zum 1:1 zu verwandeln. Es war sein erstes Tor für den FC Bayern. Der Ex-Kölner war fortan von der St. Pauli-Abwehr kaum zu stoppen und hatte einige Möglichkeiten, für die Entscheidung zu sorgen. Magath lobte seinen Stürmer nach dem Spiel: "Nicht nur ein Tor ist wichtig für einen Stammplatz. Lukas Podolski hat schon in der Nationalmannschaft gezeigt, dass er toll drauf ist. Und er hat das heute eindrucksvoll unterstrichen. Er war unser effektivster Stürmer."

Auch der eingewechselte Mehmet Scholl hatte in der 75. Minute eine Riesenchance zum 2:1, doch St. Paulis Ersatztorwart Patrick Borger wehrte seinen Schuss aus kurzer Distanz mit einer hervorragenden Parade ab. Dank des ausgezeichneten Keepers rettete sich der Drittligist in die Verlängerung.

In der 92. Minute setzte Bayerns Brasilianer Lucio den Ellbogen zu hart gegen Thomas Meggle ein und sah dafür die Rote Karte. Kurz darauf erwischte Pauli-Stürmer Felix Luz eine scharfe Flanke mit dem Kopf vor Rensing, doch der Ball trudelte am Tor vorbei.

Ausgerechnet ein schlimmer Fehler des bis dahin überragenden Torwarts Borger ermöglichte dem FC Bayern in der 105. Minute die Führung. Eine lange Flanke von Philipp Lahm wollte der 1,97 Meter große Schlussmann über die Querlatte lenken - und schubste den Ball mit der rechten Hand in den Torwinkel. Nach dem Schlusspfiff war Borger untröstlich: "Das ist die größte Scheiße, die ich je erlebt habe, das wird mich bis an mein Lebensende verfolgen. Ich sollte besser keine Kinder haben, das werden die denen noch in zehn Jahren auf dem Schulhof nachtragen."

Einen Sieg feierte der chronisch finanzschwache FC St. Pauli an diesem Abend aber trotzdem: Durch die Einnahmen in Höhe von rund 600.000 Euro ist der Verein erstmals seit Jahren schuldenfrei.

FC St. Pauli: Borger - Lechner (81. Brückner), Morena, Eger, Joy - Boll (66. F. Bruns), Schultz (55. Arifi), Rothenbach, Meggle, Mazingu-Dinzey - Luz
FC Bayern München: Rensing - Sagnol, Lucio, van Buyten, Lahm - Salihamidzic (69. Scholl), van Bommel, Demichelis (46. Schweinsteiger), Hargreaves - Makaay (46. Podolski), Santa Cruz
Tore:
1:0 Schultz (31.)
1:1 Podolski (46.)
1:2 Borger (105., Eigentor)
Schiedsrichter: Wagner
Zuschauer: 19400 (ausverkauft)
Rote Karte: Lucio (92.)
Gelb-Rote-Karte: Morena (119.)

all/sid/dpa

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