Misslungene Fanhilfe Benfica-Trainer droht lange Sperre nach Rangelei mit Polizei
Hamburg - Das Spiel war zu Ende, Lissabon hatte gerade 1:0 bei Vitória Guimãeres gewonnen und damit den Kontakt zur Tabellenspitze der portugiesischen Liga gehalten. Eigentlich ein Grund zur Freude für Benfica-Coach Jorge Jesus, doch was der 59-Jährige auf dem Spielfeld sah, gefiel ihm ganz und gar nicht.
Einige Fans hatten das Spielfeld gestürmt, um zu feiern und sich Trikots ihrer Lieblingsspieler zu besorgen, doch das war es nicht, was Jesus zur Weißglut trieb. Er regte sich vielmehr über den aus seiner Sicht übertriebenen Einsatz der Sicherheitskräfte und der Polizei auf.
Diese jagten die Fans, zerrten sie zu Boden, ganz so, wie es auch die deutschen Fans aus den Bundesliga-Stadien kennen. Manche ließen sich friedlich vom Platz führen, andere mussten mit Gewalt dazu gebracht werden.
Sperre bis zu drei Jahren droht
Ein Mann ließ sich besonders schwer bändigen, gleich drei Sicherheitskräfte waren nötig, um ihn zu Fall zu bringen. Diesen Einsatz empfand Jesus offenbar als zu hart - er griff ein. Energisch versuchte der Trainer, Mann und Polizei zu trennen. Er zerrte an den Armen, schubste einen Ordner weg, schlug einem Polizisten auf die Hand.
Doch all seine Bemühungen halfen nichts, der Mann wurde vom Platz geführt, Jesus musste von Betreuern und einem Polizisten beruhigt werden. "Ich wollte, dass sie ihn in Ruhe lassen", sagte der Trainer später: "Schließlich wollte er nur ein Trikot von den Spielern."
Sein Einsatz kann Jesus nun teuer zu stehen kommen . Mittlerweile befasst sich der Disziplinarrat der portugiesischen Liga mit dem Vorfall und wertet die Aussagen der Funktionäre und der Polizisten aus. Nach Artikel 131 der Disziplinarordnung droht Jesus im schlimmsten Fall wegen eines Angriffs auf einen Vertreter der Staatsorgane (den Polizisten) eine Sperre zwischen drei Monaten und drei Jahren.