Benzema wird bei der WM ein Traumtor aberkannt - DER SPIEGEL
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Benzemas Phantomtor: Verfrühter Jubel

Foto: Marius Becker/ dpa

Frankreichs Benzema "Das zweite Tor, das mir genommen wurde"

Karim Benzema schoss einen Traumtreffer gegen die Schweiz. Doch der zählte nicht - der Schiedsrichter pfiff pünktlich ab. Jetzt ist der Franzose gefrustet: Im Kampf der Torjäger läge er sonst allein in Führung.
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Hamburg - Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit des WM-Spiels zwischen Frankreich und Schweiz. Die Franzosen führten 5:2, spielten aber munter weiter nach vorne. Moussa Sissoko legte den Ball am Strafraum der Schweizer quer, und Karim Benzema traf aus vollem Lauf in den Winkel. Ein Traumtor.

Benzema jubelte aber nur kurz über seinen Treffer, denn Schiedsrichter Björn Kuipers hatte Sekunden zuvor, mitten im laufenden Angriff der Franzosen, das Spiel abgepfiffen. Kuipers hatte drei Minuten Nachspielzeit anzeigen lassen, und diese war bereits abgelaufen. Somit befolgte er zwar das Regelwerk, mit etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte Benzema nun aber schon vier WM-Tore.

"Ich habe nicht gehört, dass der Schiedsrichter abgepfiffen hat", sagte Benzema laut der französischen Sportzeitung "L'Equipe". Diskussionen mit Kuipers hatten keinen Erfolg, der Schiedsrichter blieb bei seiner Entscheidung. Frankreich gewann 5:2, führt die Gruppe E souverän an und wird plötzlich zu den Titelfavoriten gezählt.

Für Benzema hatte Kuipers' verfrühter Abpfiff einen doppelt bitteren Beigeschmack. "Das ist schon das zweite Tor, das mir weggenommen wurde", sagte der 26-Jährige. "Da fange ich langsam an, mir Gedanken zu machen."

Gegen Honduras auch ein Tor aberkannt

Schon im ersten Gruppenspiel gegen Honduras hatte der Stürmer von Real Madrid vermeintlich ein Tor erzielt, nach seinem Pfostenschuss und der anschließenden Abfälschung von Noel Valladares wurde der Treffer aber dem Torhüter von Honduras als Eigentor angerechnet. Auch in diesem Fall handelte Schiedsrichter Sandro Meira Ricci regelkonform, denn ohne Valladares' Reaktion auf der Torlinie wäre der Treffer nicht gefallen.

Trotzdem läuft es für den Stürmer unglücklich, denn Benzema könnte bei anderen Schiedsrichterentscheidungen schon fünf Tore auf seinem Konto haben. Mit dem verschossenen Elfmeter gegen die Schweiz wären sogar sechs möglich. Für diese vergebene Chance kann der Franzose aber nun wirklich nur sich selbst verantwortlich machen.

In der Torschützenliste liegt Benzema gemeinsam mit Thomas Müller, Arjen Robben, Robin van Persie und dem Ecuadorianer Enner Valencia an der Spitze. Die Niederländer Robben und van Persie dürften sich also über die Entscheidung ihres Landsmannes Kuipers gefreut haben. Hinter dem Quintett lauern mit Luis Suárez (zwei Tore), Mario Mandzukic (zwei) und Neymar (zwei) weitere Topstürmer.

Dass ein vorzeitiger Abpfiff einen Treffer verhindert, ist bei einer WM nicht nur Benzema passiert: Bei der Weltmeisterschaft 1978 wurde dem brasilianischen Superstar Zico im Vorrundenspiel gegen Schweden ein Kopfballtreffer verwehrt, weil Schiedsrichter Clive Thomas während der Ausführung eines Eckballs das Spiel abpfiff. Das Spiel endete 1:1, Brasilien wurde Dritter und Zico kein Torschützenkönig. Benzema hat es in seiner derzeitigen Form noch selbst in der Hand.

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