Bernd Schuster: "Calmund wird zu einem Problem" - DER SPIEGEL
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Bernd Schuster "Calmund wird zu einem Problem"

Für den ehemaligen Leverkusener Profi Bernd Schuster ist Bayer-Trainer Berti Vogts nicht der Alleinschuldige an der Misere beim gescheiterten Titelanwärter.
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Leverkusen - Der ehemalige Nationalspieler hat das Verhalten seines Ex-Klubs in der Diskussion um Vogts scharf kritisiert. Durch die Entscheidung, dem Bayer-Coach einen vierten Assistenten zur Seite zu stellen und Manager Rainer Calmund an den Mannschaftssitzungen teilnehmen zu lassen, habe man die Autorität des einstigen Bundestrainers untergraben, statt sie zu stärken, schrieb Schuster in seiner "Kicker"-Kolumne.

"Für Vogts bedeutet dies eine Beerdigung als Trainer in Leverkusen", urteilt Schuster, "falls ein Trainer die Persönlichkeit sein sollte, die gegenüber der Mannschaft das Sagen hat und Macht ausstrahlen soll, kann man ihm nicht zwei zusätzliche Leute und überdies noch Reiner Calmund näher an den Kader schieben."

Er empfinde es schon als lächerlich, "wenn es heute aus Leverkusen heißt, man habe nicht gewusst, welch geringen Bonus der Trainer Berti Vogts in der Öffentlichkeit hat", meinte der 41-Jährige, der einst bei Real Madrid und dem FC Barcelona gekickt hatte. Vogts habe seiner Meinung nach die Zügel zu lange schleifen lassen und sich nicht frühzeitig als Chef präsentiert.

Kritik über Schuster auch an Bayer-Funktionär Calmund. "Gerade der Manager müsste verstärkt im Hintergrund bleiben, statt dessen stellt er sich zu sehr in den Mittelpunkt. Ich sehe immer nur Calmund, wie er hier und da Stellungnahmen abgibt. So wird er für den Klub langsam zu einem leichten Problem".

"Absolute Priorität hat die Nationalmannschaft"

Rudi Völler, über den Calmund gesagt hatte, er werde "wieder näher ans Team rücken", lehnt jedoch eine stärkere Einbindung zur Krisen-Bewältigung bei Bayer 04 ab. "Absolute Priorität hat die Nationalmannschaft. Bei Bayer mache ich im Prinzip nicht mehr als in den letzten Wochen", erklärte der DFB-Teamchef, der formal derzeit auch als Bayer-Sportdirektor amtiert.

"Ich bin mit Sicherheit kein Aufpasser. Das ist absoluter Schwachsinn", sagte Völler, "ich bin im Prinzip immer noch Sportdirektor bei Bayer Leverkusen, was aber im Prinzip nicht viel heißen muss."

"Ich habe schon ganz andere Dinge überstanden"

Vogts gab sich zwei Tage nach der Club-Entscheidung, ihn nicht zu entlassen, kämpferisch. "Wir befinden uns in einer turbulenten Saison und haben turbulente Tage hinter uns", sagte der 54-Jährige, "ich habe schon ganz andere Dinge überstanden."

Unterstützung erhält Vogts von Jens Nowotny. Der Leverkusener Mannschaftskapitän glaubt an das Ende der sportlichen Krise bei Bayer. "Wenn Vogts sich Hilfe von Calmund, Völler, Hermann oder sonst wem holt, dann zeugt das meines Erachtens von einer gewissen Stärke. Von Schwäche hätte man reden müssen, wenn er aufgegeben hätte", erklärte Nowotny in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

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