Bochum - Leverkusen Berbatow rettet Bayer
Bochum Der dreifache Torschütze Dimitar Berbatow hat die B-Elf von Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen vor einer Pokal-Blamage bewahrt.
Trainer Klaus Toppmöller gewann das Duell gegen seinen 21-jährigen Sohn Dino im Dress des Zweitligisten VfL Bochum am Dienstagabend nach einem Fußball-Krimi mit 3:2 (1:1). In einem tollen Spiel glich der überragende Paul Freier (28.) vor 11.882 Zuschauern zunächst die Leverkusener Führung von Berbatow aus der 26. Minute aus. Sören Colding (75.) brachte den VfL sogar mit 2:1 in Führung, doch Berbatow (77. und 90.) ließ alle Bochumer Träume mit einem Doppelschlag platzen.
Toppmöllers Fazit sprach Bände: "Bochum hat mir fast leid getan und ist unverdient als Verlierer vom Platz gegangen, weil die Mehrzahl der Chancen auf Bochumer Seite waren. Bis auf Dimitar Berbatow konnte ich mit meinen Rotationsspielern nicht zufrieden sein." Achtelfinal-Gegner der Leverkusener ist im Januar Hannover 96.
VfL-Marketing-Mitarbeiter Stickroth reaktiviert
Bayer-Coach Toppmöller, der über vier Jahre beim VfL tätig war, schonte an seiner alten Wirkungsstätte beim Duell mit dem Zweitligisten gleich sechs Stammspieler. Michael Ballack und Diego Placente waren erst gar nicht mit angereist, Ze Roberto, Ulf Kirsten, der Ex-Bochumer Yildiray Bastürk und Oliver Neuville nahmen auf der Bank Platz. VfL-Trainer Peter Neururer hatte für sein Heimdebüt den 36-jährigen Thomas Stickroth, der inzwischen in der Marketing-Abteilung arbeitet, reaktiviert.
Vor 12.000 Zuschauern gab zunächst Gastgeber VfL den Ton an und verbuchte in der Anfangsphase die besseren Chancen. Schon nach sieben Spielminuten forderte Paul Freier Bayer-Schlussmann Hans-Jörg Butt zu einer Glanztat heraus, in der zwölften Minute traf Delron Buckley nur den Außenpfosten.
Toppmöller-Sohn überzeugend
In Führung aber ging der Bundesliga-Spitzenreiter. Nach Vorlage von Bernd Schneider vollendete Dimitar Berbatow in der 26. Spielminute zum 0:1. Doch der Zweitligist ließ sich nicht schocken. Nur zwei Minuten später besorgte der überragende Freier nach einer schönen Einzelaktion den Ausgleich. In der 34. Minute hätten die Bochumer sogar in Führung gehen können, doch Freier traf das leere Tor nicht. Kurz vor dem Pausenpfiff brachte Toppmöller Bastürk für den angeschlagenen Lucio.
Nach der Halbzeitpause kam Dino Toppmöller ins Spiel. Der Junior lieferte ein überzeugendes Spiel ab, der VfL dominierte weiter, vergab aber die besten Chancen. Freier (49.), Wosz (56.) und Buckley (72.) scheiterten an Butt, in der 73. Spielminute verfehlte Buckley das leere Tor. Zwei Minuten später dann Riesenjubel
unter den VfL-Fans, als Colding mit einem herrlichen Schuss das 2:1 markiert. Doch Berbatow mit seinen Treffern zwei und drei ließ Bochums Traum von der Pokal-Überraschung platzen.
VfL-Coach Neururer trauerte den ausgelassenen Chancen nach: "Wir haben uns gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner sehr gut geschlagen. Wir waren gut in der Offensive, haben aber
leider nur 80 Minuten gut in der Defensive gestanden."
Bochum - Leverkusen 2:3 (1:1)
0:1 Berbatow (26.)
1:1 Freier (28.)
2:1 Colding (75.)
2:2 Berbatow (77.)
2:3 Berbatow (90.)
VfL Bochum: van Duijnhoven - Stickroth (66. Ristau) - Toplak,
Fahrenhorst - Colding, Dickhaut, Meichelbeck (73. Bemben) - Wosz -
Freier, Hashemian (46. Toppmöller), Buckley
Bayer Leverkusen: Butt - Lucio (43. Bastürk), Nowotny, Zivkovic -
Ramelow - Sebesken, Schneider (63. Neuville), Vranjes, Babic (46. Ze
Roberto) - Berbatow, Brdaric
Schiedsrichter: Stark (Landshut)
Zuschauer: 11.882
Gelbe Karten: - / Berbatow, Vranjes, Bastürk